Kolumne
«Seitenblick»: Mein Mann, der Fan

Unbändige Freude, Stolz und Erleichterung: Das alles kann der Schweizermeister-Titel des EVZ auslösen - nicht aber bei Redaktorin Carmen Rogenmoser.

Carmen Rogenmoser
Carmen Rogenmoser
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Über Wochen hat sich die Spannung aufgebaut, begleitet von einem emotionalen Auf und Ab. Vor knapp einer Woche, in der Nacht auf Montag, schliesslich kam es zur ekstatischen Entladung. Sie wissen bestimmt, wovon ich rede: dem Schweizermeister-Sieg des EVZ. Tausende Fans und Bewunderer feierten den Titel zusammen mit dem Eishockeyteam. Darunter fand sich auch mein Mann.

Wir haben uns am Folgemorgen quasi die Türklinke in die Hand gegeben: Ich ging zur Arbeit, er kam nach Hause. Später erhielt ich eine Nachricht: «Isch hammer gsi diä letscht Nacht.» Das glaube ich ihm, nachvollziehen kann ich es aber nicht. Da fehlt mir irgendwie der Zugang oder die Leidenschaft.

Dabei haben die letzten Wochen auch bei mir Spuren hinterlassen: Organisatorisch und emotional waren die Playoffs ein Kraftakt. Jetzt ist etwas Ruhe eingekehrt. Die Fanshirts und der Glückspullover sind gewaschen und bis im Herbst im Schrank verstaut.

Mein Mann allerdings – und viele andere auch – werden wohl noch lange von diesem Erlebnis zehren. So ein Ausbrechen aus dem Alltag sollte doch jedem ab und zu gegönnt sein – man muss ja nicht immer alles verstehen.

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