Kommentar «Chefsache»
Bussenportal der Zuger Polizei: Ein Beispiel für andere Behörden?

Ab Oktober können Ordnungsbussen über ein eigenes Portal bezahlt werden. Was aber bleibt, ist das verschämte Hervorziehen der Busse unter dem Scheibenwischer.

Harry Ziegler
Harry Ziegler
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Sie sind lästig, aber immer noch nötig: Bussen. Und ja, auch ich bekomme hin und wieder eine, meist wegen meiner Parkiererei. Die Zuger Polizei will nun per Oktober das Bussenwesen digitalisieren. Das heisst, Ordnungsbussen können dann über ein Bussenportal bezahlt werden. Mit Twint oder Kreditkarte.

Mit Einführung dieses Portals wird der Begriff «Digitalisierung» durch die Zuger Polizei mit Inhalt gefüllt. Sicher, es wird eine gewisse Zeit brauchen, bis sich die Gebüssten daran gewöhnen. Und für diejenigen, die der Digitalisierung nichts abgewinnen können, steht weiter die Möglichkeit zur Verfügung, mit Einzahlungsschein zu bezahlen. Laut Zuger Polizei ist der kurze Pilotversuch, der diesen Monat in zwei Zuger Gemeinden durchgeführt wird, bislang reibungslos verlaufen.

Allenfalls ist die fortschreitende Digitalisierung der Polizei ein Beispiel für andere kantonale Behörden, etwas Ähnliches anzustreben. So wie das aktuell die Staatskanzlei mit dem Amtsblatt macht. Dieses allerdings wird weiter auch auf Papier erscheinen, wobei mittelfristig auf die digitale Erscheinung gesetzt wird. Zwei Beispiele dafür also, wo Digitalisierung sinnvoll ist. Und sicherlich gibt es andernorts ebenfalls solche Möglichkeiten. Das einzige, was bei dieser Art der Bussenbezahlung nicht wegfällt, ist das verschämte Hervorziehen der Busse unter dem Scheibenwischer.

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