Kommentar
«Chefsache»: Der «Overshoot Day» erhält den Druck auf uns aufrecht – richtigerweise

Die uns jährlich zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen sind aufgebraucht. Später als auch schon. Der Trend geht in die richtige Richtung. Aber nicht schnell genug.

Harry Ziegler
Harry Ziegler
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Nun haben wir es schwarz auf weiss. Am Freitag, den 13. hat die Schweiz so viele natürliche Ressourcen verbraucht, wie ihr in einem Jahr zustünden. Wobei es eher Zufall ist, dass der «Overshoot Day» auf einen Freitag und einen 13. fällt. Dieser Tag bedeutet eigentlich nichts anderes als: Wenn die ganze Welt so konsumieren würde wie die Schweiz, dann wäre gestern das globale Ressourcenbudget aufgebraucht gewesen.

Diese Berechnung zeigt auf, dass sich die Schweiz in den vergangenen Jahren leicht verbessert hat. Innerhalb der letzten zehn Jahre konnte der «Overshoot Day» von Mitte März auf Mitte Mai geschoben werden.

Die Berechnungen verleiten jedoch auch ein Stück weit dazu, sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben. Tatsache ist aber, dass die Schweiz trotz Erfolg weiterhin Ressourcen auf einem sehr hohen Niveau verbraucht.

Es müsste schon zu denken geben, wenn Länder wie China, Basilien oder Indien teilweise massiv weniger natürliche Ressourcen verbrauchen wie die Schweiz. Und Nachbar Italien oder das Vereinigte Königreich verbrauchen gar weniger. Dies geht aus den Berechnungen des Global Footprint Network hervor.

Die Tendenz unseres Ressourcenverbrauchs zeigt in die richtige Richtung: abwärts. Allerdings geht es nicht schnell genug. Deshalb erfüllen solche Berechnungen durchaus einen Zweck. Sie erhalten den Druck auf uns, unseren ökologischen Fussabdruck immer weiter zu verringern, aufrecht.

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