Kommentar «Chefsache»
Wird der Kanton Zug nach dem Crypto-Valley ein Hotspot für grüne Innovation?

Nach dem Kantonsratsbeschluss, Solarenergie auf kantonseigenen Liegenschaften zu gewinnen, könnte man sich einen weiteren Schritt vorstellen.

Harry Ziegler
Harry Ziegler
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Zu diskutieren gab es nicht viel. Der Kantonsrat sprach in seiner Sitzung vom Donnerstag, 25. März, einen Kredit von 5,5 Millionen Franken für das Projekt Ökoplus. Damit will der Kanton Zug sich den Status eines Musterknaben in Sachen Nutzung von Solarstrom auf kantonseigenen Gebäuden erkaufen. Allerdings stellt sich die Frage, ob die geplanten Investitionen in Fotovoltaikanlagen wirklich der Sorge um die Umwelt entspringt. Oder sind die 5,5 Millionen Franken und die damit einhergehende Förderung erneuerbarer Energien nicht einfach nur Geld für eine teure Imagekampagne des Kantons Zug?

Wahrscheinlich eine Mischung aus beiden. Auf jeden Fall ist es richtig, Geld in die Förderung erneuerbarer Energien zu stecken, das ist die Zukunft. Und wenn sich der Kanton Zug dadurch als fortschrittlich und gleichzeitig mit einem ökologischen Gewissen zeigt – wem schadet es? Dem Ruf des Kantons sicher nicht. Zug, der Sitz zahlreicher Rohstoffhändler – von Öl bis Kaffee – könnte davon profitieren, dass er sich auch im Aufbau erneuerbarer Energien profiliert. Nicht nur in der Restschweiz.

Möglicherweise gelingt es durch stete Investitionen in Umwelt und erneuerbare Energien, dereinst nicht nur ein Swiss Crypto-Valley zu sein, sondern auch ein Swiss Greentech-Valley zu werden. Die Finanzen für derartige Investitionen wären durchaus vorhanden. Mit den beschlossenen Investitionen ist nun immerhin der erste Schritt gemacht. Jetzt sollte der Kanton den Weg konsequent weitergehen.