Kommentar
Prüfungseinsicht: Ein sensibles Thema

Rahel Hug über die Diskussionen um die Frage, wie häufig Eltern Einsicht in die Prüfungen ihrer Kinder erhalten sollen.

Rahel Hug
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Blick in ein Schulzimmer des Schulhauses Ehret A.

Blick in ein Schulzimmer des Schulhauses Ehret A.

Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 11. November 2020)

Sie sind für Eltern ein wichtiger Gradmesser, wenn es um die schulische Leistung ihres Nachwuchses geht: Prüfungsnoten. Über die Frage, wie regelmässig Eltern Einsicht in die Dokumente erhalten sollen, herrscht Uneinigkeit im Kanton Zug. Die Bildungsdirektion hat jüngst die Schulen Hünenberg zurückgepfiffen, weil deren System, die Prüfungen nur noch einmal pro Quartal nach Hause zu geben, die Rechte der Eltern zu wenig berücksichtige.

Bei den Schulpräsidenten herrscht Verunsicherung und eine Schule muss nun kurzfristig ihre Praxis anpassen. Und mittendrin sind die Lehrerinnen und Lehrer, die im Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen von Eltern und neuen pädagogischen Erkenntnissen stehen.

Es ist wichtig und richtig, dass Schulen sich weiterentwickeln. Die klassische Prüfung mit einer vordefinierten Zahl als Note zur Leistungsbeurteilung verliert an Bedeutung, andere Beurteilungsformen gehören zunehmend zum Schulalltag. Zentral ist bei allen Formen der Beurteilung und Förderung eine klare und offene Kommunikation. Eltern müssen den Lehrpersonen vertrauen können und verstehen, weshalb dieser oder jener Weg gewählt wurde.

Die gemeindlichen Schulen sollen bei der konkreten Ausgestaltung durchaus ihre Freiräume haben. Im vorliegenden Fall wäre jedoch ein stärkerer Austausch und Einbezug sämtlicher Player im Vorfeld wichtig gewesen. Denn bei einem sensiblen Thema wie der Prüfungseinsicht sollten die Bildungsdirektion, Schulvorsteher, Rektorinnen und Lehrpersonen am selben Strang ziehen.