KOMMENTAR: Postagenturen als Chance

Kommentar

Raphael Biermayr
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Rapahel Biermayr, Redaktor ZZ (Bild: Stefan Kaiser, Neue ZZ (04.11.2015))

Rapahel Biermayr, Redaktor ZZ (Bild: Stefan Kaiser, Neue ZZ (04.11.2015))

Die Post gehört zu den grossen Nostalgieträgern der Schweiz. Die Poststellen mit ihren muffigen «Telephon»-Séparées und den angeketteten Kugelschreibern sind im Gedächtnis verankert. In diesen Erinnerungen erfüllt die Poststelle auch eine Funktion als Begegnungsort, an dem man sich über den Weg läuft und einen Schwatz hält. Das verleiht diesem Ort einen sentimentalen Wert, der die reinen Dienstleistungen überstrahlt.

Als Firma muss aber auch die Post nach wirtschaftlichen Kriterien funktionieren. Nachdem viele ihrer Angebote infolge der Digitalisierung aus der Mode gekommen sind, erfindet sie sich laufend neu. Dadurch ist die erwähnte Heimeligkeit vor den Schaltern schon lange ins Reich der Erinnerung verwiesen worden. Die Post wird weiterhin Stellen schliessen, über kurz oder lang auch im Kanton Zug. Das ist schade, aber fairerweise muss gesagt sein: Die Agenturen bieten zumindest Privatkunden ein ausreichendes Alltags­­angebot. Und mit den Standorten an Treffpunkten wie Dorfläden oder Bäckereien besteht die schöne Chance, ähnlich zu empfinden wie früher.

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch