Kommentar
Ladenöffnungszeiten im Kanton Zug: Die Pioniere machen Pause

Zwar haben die bürgerlichen Jungparteien den Abstimmungskampf deutlich verloren. Wichtiger als das ist jedoch: Die Jungpolitiker lassen für die Zukunft hoffen.

Marco Morosoli
Marco Morosoli
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Ein offener Laden im Einkaufszentrum Metalli.

Ein offener Laden im Einkaufszentrum Metalli.

Bild: Maria Schmid (Zug, 1. März 2021)

Am Resultat gibt es nichts zu deuteln. Die Ladenschluss-Initiative lehnten die Zugerinnen und Zuger mit einem Stimmenverhältnis von 2:1 ab. Alle Unterlagen zu diesem Projekt sind reif fürs Archiv. Das Verdikt ist kein Weltuntergang. Hingegen zeigt es, dass auch die Zuger Weltmeister im Bewahren sind. Keinesfalls bewegen, denn so droht die Niederlage. Die Rolle der Pioniere sollen ruhig andere übernehmen. Dieses Verhalten bringt keinen Segen, denn wer nichts wagt, gewinnt nichts.

Die jungen, initiativen Nachwuchspolitiker mussten ihr Abenteuer teuer bezahlen. Was aber Hoffnung macht: Es sind Vertreter einer Generation, die das Politiktheater auf allen Ebenen mit ihren Ideen aufmischen könnten. Für welche Partei sie aktiv sind, ist zweitrangig. Bei der Ladenschluss-Initiative hat der Nachwuchs vier bürgerlicher Parteien für die Musik gesorgt. So können sie früh lernen, dass Allianzen keinesfalls des Teufels sind.

Wie der EVZ aktuell mit einem jungen Kader erfolgreich ist, so wäre ein solcher Jungbrunnen auch für den Zuger Politikbetrieb gut. Neue Ideen braucht das Land und die junge Generation eine laute Stimme. Dies in der Zeit zu erkennen, das zeugt von wahrer Grösse.