Kommentar
Zuger Rekordüberschuss von 285,5 Millionen Franken: Jubel ist fehl am Platz

285,5 Millionen Franken Überschuss – das ist der bisherige Höchstwert in der Zuger Geschichte. Und das ist richtig viel Geld. Damit gilt es klug umzugehen.

Marco Morosoli
Marco Morosoli
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Der Kanton Zug schwimmt nach dem höchsten Überschuss seit der Kantonsgründung vor 173 Jahren im Geld – und das fünf Jahre nach schmerzlichen Sparrunden und drohender Steuererhöhung. In dieses Wechselbad der Gefühle hat sich noch das Coronavirus eingeschlichen. Seit einem Jahr also lösen sich dadurch bis anhin geltende Gewissheiten auf.

In diesem Umfeld, wenn die Tresore des Kantons wieder prall gefüllt sind, ist es natürlich verlockend, den Ausgabenknopf zu drücken oder am Steuerfuss zu schrauben. Wer so denkt, handelt aber kurzsichtig. Ein guter Teil des Zuger Überschusses fusst auf Börsenaufschlägen, die ihren Ursprung kaum in der realen Wirtschaft haben. Gewiss scheint aber: Das Coronavirus und seine Auswirkungen auf alle Lebensbereiche werden uns noch lange beschäftigen.

285 Millionen Franken sind richtig viel Geld. Es wäre eine gute Basis für einen Staatsfonds, wie ihn Norwegen oder reiche Ölstaaten kennen. Der Zuger Finanzdirektor hat einen solchen Fonds als Parkmöglichkeit für Überschüsse wie den aktuellen genannt. Eine Idee, die den Kanton Zug für einmal im positiven Licht erscheinen liesse.