Leserbrief

Kommission als demokratisches Element

«Das Denkmalschutzgesetz regt zu Diskussionen an», Ausgabe vom 29. Juli

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Ich äussere mich zum Leserbrief von Adrian Risi zum Denkmalschutzgesetz. Im Fussball zeigt der Schiri die Karte, wenn ohne Ball auf den Mann gespielt wird. In meinem Leserbrief ging es um das Demokratieverständnis der SVP! Meine beruflichen Qualitäten stehen hier ebenso wenig zur Diskussion wie Risis vielfältige Interessen. Meine Frage lautete wie folgt: Weshalb hat die SVP keinen Gegenredner eingeladen? Andere Parteien machen das.

Weshalb konnte kein Vertreter vom Bauern- oder vom Hauseigentümerverband, die zurzeit Mitglieder in der Denkmalkommission haben, seine Sicht zum umstrittenen Denkmalgesetz abgeben? Vielleicht hätte man dafür sogar einen willigen SVP-Vertreter gefunden. Der Ausdruck der «willfährigen Dödeln» ist eine gewagte Unterstellung von Seiten Adrian Risis. Auch der Vergleich mit dem VW aus den 70er-Jahren funktioniert so gar nicht. In der Schweiz hat man schon immer in sehr hoher Qualität und technisch aufwendig gebaut. Bauten werden in unserer Gegend gut und gerne 100 Jahre alt und lassen sich renovieren und erweitern. Aus diesem Grund ist bei uns das Bauen auch sehr teurer. Als langjähriger Mitinhaber einer Bau- und Abbruchfirma sollte Risi das wissen. Aber auch der Aufwand von grauer Energie ist zu gross, als dass man Gebäude nach relativ kurzer Zeit abbrechen soll, ob sie denn geschützt sind oder nicht.

Es ist unbestritten, dass das Denkmalschutzgesetz eine Auffrischung nötig hat. Aber das vom Zuger Kantonsrat vorgeschlagene Gesetz widerspricht einerseits übergeordnetem Gesetz und verhindert andererseits, dass Fachverbände wie der Bauernverband oder der Hauseigentümerverband und andere einen Einblick in die Arbeit der Denkmalpflege erhalten.

Es ist richtig, dass die Denkmalkommissionsmitglieder keine Vollprofis sind. Sie bilden aber bei der Beurteilung einer Unterschutzstellung, ein wichtiges – und wie ich meine – demokratisches Element. Es kann gut sein, dass dank der Existenz der Zuger Denkmalkommission viele Einsprachen nicht gemacht werden, weil das ganze Verfahren für die Verbände offen und nachvollziehbar bleibt.

Felix Koch, Denkmalkommissionsmitglied, Cham