Leserbrief

Kompromissbereitschaft bitte auch in Zeiten von Corona

«205 Millionen Franken über Budget», Ausgabe vom 3.April

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Die vom Zuger Regierungsrat getroffenen Massnahmen zur Abfederung der Folgen der Coronakrise für Zuger Unternehmen wurden vom gesamten politischen Spektrum von links bis rechts bereits breit diskutiert. Am kontroversesten debattiert wurde dabei über die provisorisch auf drei Jahre vorgesehene Steuersenkung von vier Prozent. Diese wird als asozial und als Massnahme für wenige Reiche dargestellt. Dabei möchte ich daran erinnern, dass diese nur eine von 14 Massnahmen dieses Pakets bedeutet. Man sollte nicht die einzelnen Instrumente gegeneinander auszuspielen versuchen, sonst bringt man die prompte und effiziente Hilfe für existenzbedrohte Firmen in Gefahr. Höchst wahrscheinlich findet man keinen einzigen Zuger, der alle 14 Punkte perfekt findet. Den einen stösst die Steuersenkung sauer auf, den anderen die à-fonds-perdu-Beiträge. Mir ist bewusst, dass in allen Lagern einige Kröten geschluckt werden müssen. Aber genau in diesen unsicheren Zeiten braucht es echten Zusammenhalt in der Politik und der Bevölkerung. Im Sinne eines Kompromisses sollte man bei einzelnen unliebsamen Massnahmen über den eigenen Schatten springen und dabei das grosse Ganze im Auge behalten.

Colin Biermann, Vizepräsident Jungfreisinnige Kanton Zug, Unterägeri


Ein tosender Aufschrei ging durch die Reihen der Linken, als der erfolgreiche Finanzdirektor Heinz Tännler vor einigen Wochen eine Steuersenkung vorschlug. Was die Linken dabei vergessen: Steuern dürfen prinzipiell nicht auf Vorrat erhoben werden.

Genau das macht aber der Kanton Zug momentan. Neben dem gewaltigen Überschuss von fast 180 Millionen im 2019 hortet er über eine Milliarde (!) auf der hohen Kante. Nun ist es Zeit, dem Bürger zurückzugeben, was eigentlich ihm gehört. Auch die aktuelle Krise steht dem nicht im Wege. Der Kanton Zug macht nämlich in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen Franken Gewinn. So werden sowohl der Einfluss der Coronakrise als auch die Steuersenkung immer noch zu einem positiven Resultat für den Kanton führen.

Ich gebe den Linken recht: Die Steuersenkung darf nicht zu Kürzungen bei wichtigen Leistungen führen. Jedoch ist die Steuersenkung auf drei Jahre begrenzt. Somit wird die Bevölkerung während der kommenden Rezession mehr Geld haben, welches sie dann wieder in der lokalen Wirtschaft ausgibt und damit Arbeitsplätze sichert. Die langfristig wichtigen Leistungen des Staates werden jedoch nicht in Frage gestellt. So geht liberale Wirtschaftspolitik. Weiter so, lieber Regierungsrat!

Gian Brun, Präsident Jungfreisinnige Kanton Zug, Hünenberg See