KONFLIKTE: Die Vermittlungsstelle meldet grossen Zulauf

Der Zuger Vermittler in Konfliktsituationen ist nach wie vor eine gefragte Anlaufstelle. Im vergangenen Jahr wurde er mit 112 (Vorjahr: 116) neuen Fällen konfrontiert. Die Pilotstelle soll nun in eine definitive Ombudsstelle ungewandelt werden.

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Beat Gsell, Vermittler in Konfliktsituationen. (Archivbild Fabienne Arnet/Neue ZZ)

Beat Gsell, Vermittler in Konfliktsituationen. (Archivbild Fabienne Arnet/Neue ZZ)

Die Nachfrage nach den Dienstleistungen sei auch im fünften Jahr ungebrochen gewesen, hält Vermittler Beat Gsell in seinem am Mittwoch publizierten Tätigkeitsbericht fest. Bürgerinnen und Bürger wollten einen neutralen Ombudsmann, der "unabhängig vom Filz der Mächtigen" ihre Anliegen anhöre und ihre Kritik aufnehme.

Diesem Bedürfnis werde nun mit der Schaffung der gesetzlichen Grundlagen für eine definitive Ombudstelle nach dem Vorbild anderer Städte Rechnung getragen. Der Vermittler in Konfliktsituationen war
2003 als Reaktion auf das Attentat auf den Zuger Kantonsrat als Pilotversuch eingesetzt worden.

Vor allem Ältere suchen Rat
Im vergangenen Jahr konnte der Vermittler 129 Fälle erledigen. Ende Jahr waren noch 19 Fälle pendent. 67 mal wurde die Stelle von Männern, 35 mal von Frauen und in drei Fällen von juristischen Personen angerufen. 51 oder 39,5 Prozent der Fälle konnten ohne Kontaktaufnahme mit der Verwaltung erledigt werden.

Angegangen wird die Vermittlungsstelle zu 80 Prozent von über 35- jährigen Personen. Der Anteil der jüngeren Generation mache nur rund 20 Prozent aus, hält Gsell fest. Der Anteil ausländischer Personen betrug im vergangenen Jahr 16,5 Prozent.

Mehr verwaltungsinterne Konflikte
Einen starken Anstieg verzeichnete Gsell im vergangenen Jahr bei den verwaltungsinternen Konflikten. Obwohl keine formelle Zuständigkeit des Vermittlers bestehe, entspreche es offenbar einem Bedürfnis, sich bei Personalkonflikten an eine aussenstehende, neutrale Stelle zu wenden, heisst es dazu im Tätigkeitsbericht.

Nicht zuständig ist der Vermittler auch für die Behandlung von Konfliktfällen mit den Gemeinden. Eine Vermittlung sei in diesen Fällen nur auf freiwilliger Basis möglich und hänge von der Bereitschaft der betroffenen Gemeinde ab, zu einer Vermittlung Hand zu bieten. Dies sei 2007 immer der Fall gewesen.

Grundsätzlich ist Gesell der Ansicht, dass es auch in Zukunft für alle Mitarbeitenden der Verwaltung möglich sein soll, bei verwaltungsinternen Konflikten den Vermittler anzurufen. Diese Möglichkeit dürften aber die verwaltungsinternen Bemühungen zur Konfliktbeilegung nicht ersetzen.

sda