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KONTROLLSCHILDER: Der Kanton will ein liberales System

Im Kanton Zug können Autonummern frei weiterverkauft werden. Dadurch entgeht der Staatskasse Geld. Dies sei gewollt, heisst es.
Dies sind einige der Autonummern, die Zuger ab dem 8. Februar ersteigern können. (Bild: PD)

Dies sind einige der Autonummern, die Zuger ab dem 8. Februar ersteigern können. (Bild: PD)

Vor eineinhalb Wochen erst ging das Schild «ZG 10» für die Rekordsummer von 233 000 Franken an einen anonymen Bieter. Das Strassenverkehrsamt des Kantons Zug (STVA) versteigerte bekanntlich Auto- und Motorradnummern. Ab dem 22. März folgt die nächste Runde: Unter den virtuellen Hammer kommen unter anderen die Nummern «ZG 13», «ZG 40» und «ZG 95». Die teuerste Nummer bei den Autos ist «ZG 13», hier liegt das Startgebot bei 20 000 Franken; bei der tiefsten Motorradnummer «ZG 6» sind es 10 000 Franken.

Anders als in anderen Kantonen können die ersteigerten Nummern in Zug frei weiterverkauft, -vererbt oder -verschenkt werden. So werden Zuger Nummern immer mal wieder im Amtsblatt oder auf Onlineplattformen zum Verkauf dem Meistbietenden angeboten. «Es gelten dabei die gleichen Voraussetzungen, wie sie bei der seit vielen Jahren praktizierten Kontrollschilder-Abtretung Anwendung finden», sagt Silvan Häfliger, stellvertretender Leiter des STVA. Zu diesen Voraussetzungen gehören unter anderen, dass der Standort des Autos im Kanton Zug sein muss und dass der gemeldete Name und die Adresse mit der Einwohnerkontrolle oder bei Firmen dem Handelsregister Zug identisch sind. In vielen Kantonen, etwa in Luzern, kann ein Schild nur an Verwandte weitergegeben werden.

Wechselgebühr fällt immer an

Angesichts der im März erneut zu erwartenden Summe – insgesamt waren es bei der ersten Auktion 563 350 Franken – stellt sich also die grundsätzliche Frage, ob dem Kanton Zug mit seiner Autonummer-Politik nicht eine erhebliche Einnahmequelle entgeht? Denn mit dem heutigen Vorgehen können die einmal versteigerten Nummern für sehr lange Zeit in Privatbesitz bleiben, ohne dass der Kanton etwas davon hat. Zu erwähnen ist, dass bei jedem Halterwechsel eine Bearbeitungsgebühr von 250 Franken anfällt, die in jedem Fall zu bezahlen ist, auch wenn das Schild verschenkt wird. Der Kanton verdient also im kleinen Rahmen immer mit.

Man habe sich bewusst für dieses System entschieden, sagt Häfliger: «Der Kanton Zug hatte schon immer eine liberale Haltung bei der Schilderabtretung. Diese kam und kommt bei den Kunden gut an.» Mit der Kontrollschilder-Versteigerung wolle das Strassenverkehrsamt einmalige Mehreinnahmen zu Gunsten der Staatskasse generieren, so Häfliger weiter. Weitere Einnahmen mit ersteigerten Kontrollschildern zu erzielen, sei nie die Absicht gewesen. Deshalb habe man mit den nun angelaufenen Versteigerungen das System nicht eingeschränkt.

«ZG 1» bis «ZG 100» noch nie vergeben

Und wenn ein Schild gar nicht «gebraucht» werden soll? Kann ein Bieter – zum Beispiel zu Sammelzwecken – begehrte Autonummern einfach ersteigern, ohne ein Fahrzeug einzulösen? Hier winkt Silvan Häfliger ab: «Das ist nicht möglich. Um das ersteigerte Kontrollschild ausgehändigt zu bekommen, müssen die üblichen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein. Diese besagen unter anderem, dass dafür ein Fahrzeug einzulösen ist, das heisst, auch ein Versicherungsnachweis vorliegt. Das Kontrollschild muss innerhalb eines Jahres, gerechnet ab dem Datum der Zuteilung des ersteigerten Kontrollschildes, eingelöst werden.»

Und auch wenn es eingelöst ist, gehört einem das Autokennzeichen nicht. Eigentümer der vergebenen Schilder bleibt nämlich der Kanton, genauer gesagt das Strassenverkehrsamt, wie Häfliger erklärt. Wer eine Nummer ersteigert und auch bezahlt hat, ist «nur» deren Besitzer. Dies muss laut Häfliger so sein: «Sobald ein Besitzer einer Nummer die Zulassungsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt, also beispielsweise die Autosteuer nicht mehr bezahlt wird oder ein Auto nicht mehr vorgeführt wird, dann kann dieses Schild ent- und schliesslich eingezogen werden».

Der Ansturm auf die tiefen Zuger Nummern dürfte also weitergehen. Davon profitiert auch der Kanton – wenn auch vorerst einmalig. Wie aber ist das STVA überhaupt in den Besitz dieser tiefen Nummern gekommen? Dass eine Person ein solches Schild nicht zu Geld macht, vererbt oder etwa vor seinem Tod verschenkt, ist beinahe undenkbar. Auch Firmen dürften solche Kennzeichen nicht mehr so schnell hergeben. Die Antwort ist simpel: Die Nummern «ZG 1» bis «ZG 100» für Autos waren laut Häfliger bisher nie vergeben worden. Sie waren bis 1976 dem Garagengewerbe vorbehalten. Als den Garagenbetrieben sogenannte Kollektivschilder (U-Schilder) mit den gleichen Nummern ausgehändigt wurden, mussten die bisherigen dem Strassenverkehrsamt retourniert werden. Häfliger: «Um sich die Option der Versteigerung tiefer Kontrollschilder offen zu halten, wurden die tiefsten Kontrollschilder zurückbehalten.»

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Hinweis mailto: Alle Nummern der aktuellen Auktion finden Sie unter auktion-stva.zg.ch/future.

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