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KONZERT: Ein gelungenes Finale in Schwarz

Die Musikgesellschaft Cham bot am Samstagabend einen stimmungsvollen Abschluss ihrer Farbenreihe. Die Kombination Blasorchester und Orgel gelang ausgezeichnet, verlief dann aber in Bezug auf die Komposition weniger überzeugend.
Das Konzert in der Pfarrkirche. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 25. November 2017))

Das Konzert in der Pfarrkirche. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 25. November 2017))

Die Musikgesellschaft Cham präsentierte sich am Samstagabend in der Chamer St.-Jakobs-Kirche altersmässig gut durchmischt und in allen Registern für das anspruchsvolle Programm ausreichend besetzt. Als Haupteindruck der lebendigen Interpretationen blieben ein präzises Zusammenspiel und die fast immer tadellose Intonation zurück.

Theo Haldes, Aktivmitglied im Klarinetten-Register, und Vereinspräsident Markus Hillebrandt führten durch das Programm. Als Abschluss einer fünfteiligen Farbenreihe war man bei Schwarz angelangt, so lautete dann auch der Titel des Programms «Noir». Das Publikum genoss vor allem das Musikerlebnis. Sowohl in Bezug auf das Beherrschen des Notentextes der einzelnen Instrumente wie auch auf die Gestaltung erwies sich ­ die Musikgesellschaft als gut vorbereitet, sodass die meist recht opulent gesetzten Originale und Bearbeitungen zu einem ab­ge­rundeten Erlebnis zusammenwuchsen.

Viel Farbigkeit spürbar

Im Auftakt, «Black Tulip» von Matthijs Kruik, dominierten ruhige choralartige Elemente. Gut nachvollziehbar erschien die dahinterstehende Handlung beim Charakterstück «Die Schwarzen Brüder» des jungen Schweizer Komponisten Marco Nussbaumer: Einen ersten Höhepunkt bildete das ausgedehnte Schlagwerk-Solo, welches den verhängnisvollen Sturm nachzeichnete. Selbst im Werk von Trygve Hoff, welches die lange Dunkelheit im winterlichen Norwegen thematisiert, spürte man viel Farbigkeit bei der Interpretation. Und dann also die schwierige Kombination Orgel und Blasorchester: Der seit Jahrzehnten mit der Chamer Orgel bestens vertraute Organist Heini Meier hatte den anspruchsvollen Notentext perfekt eingeübt und den reichen klanglichen Möglichkeiten des grossen Ins­truments angepasst. Dazu das Erfreulichste: Trotz der grossen räumlichen Distanz mit entsprechender Klangverzögerung gelang ein präzises Zusammenspiel. Wer ungefähr in der Mitte Platz nahm, erlebte einen in sich geschlossenen Gesamtklang.

Akustisch schwer zu unterscheiden

Weniger überzeugend erschien aber die gewählte Bearbeitung: Der Notentext für Blasorchester und Orgel lief über weite Strecken parallel, sodass sich die beiden häufig akustisch kaum unterscheiden liessen. Der Bearbeiter Johan de Meij hätte sich vor der Instrumentierung zuerst eine Scheibe von einem Händel-Orgelkonzerts oder einem klassischen Klavierkonzert abschneiden sollen, wo normalerweise klar ist, was zum Orchesterpart und was zum Hauptsolisten gehört. Zwei Mal wurde bei der mündlichen Programmpräsentation der Name des Organisten falsch genannt. Umgekehrt verzichtete dieser darauf, für die Entgegennahme des langen und intensiven Schluss­applauses nach vorne vor das zahlreiche Publikum zu kommen.

Jürg Röthlisberger

redaktion@zugerzeitung.ch

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