Die Korporation Unterägeri übernimmt die Liegenschaft Schützen

Mit der gegenwärtigen Besitzerfamilie wurde ein Tausch- und Kaufvertrag ausgehandelt – eine einmalige Gelegenheit für die Korporation.

Carmen Rogenmoser
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Die Liegenschaft Schützen inklusive Restaurant gehört bald der Korporation Unterägeri.

Die Liegenschaft Schützen inklusive Restaurant gehört bald der Korporation Unterägeri.

Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 8. Februar 2020)

Das Restaurant Schützen ist ein beliebtes Ausflugsziel im lokalen Naherholungsgebiet Schützen/Boden in Unterägeri. So richtig einladend wirkt die Liegenschaft aber schon längere Zeit nicht mehr. Sanierungen sind dringend notwendig, das findet auch der Korporationsrat Unterägeri. So heisst es in der Vorlage zur Versammlung von Ende Januar: «Obwohl der Innenausbau laufend erneuert wurde, müssen aus Wirtschafts-, Effizienz- und Kostengründen zeitnah nicht punktuelle, sondern generell grosszyklische Erneuerungen geplant und ausgeführt werden». Dieser Aufgabe nimmt sich der Rat nun an. An einer ausserordentlichen Korporationsgemeindeversammlung Ende Januar wurde beschlossen, dass die Korporation mit den gegenwärtigen Besitzern, der Anton Styger AG, einen Tausch-Kaufvertrag abschliesst.

Eine einmalige Gelegenheit sei das, sagt Korporationsschreiber Thomas Hess. «Die Liegenschaft ‹Schützen› ist von eigenem Korporationsland umgeben.» Die Korporation dürfe gemäss Statuten kein Land verkaufen. «Der Tausch ist zudem eine einmalige Gelegenheit, mit dem Vertragspartner auf Augenhöhe zu verhandeln.»

Eine Ausgleichszahlung wird fällig

Getauscht wird das Grundstück Schützen gegen das Grundstück Büelbrunnen. Die Korporation Unterägeri bezahlt der Anton Styger AG zudem eine Ausgleichszahlung in der Höhe von 1,66 Millionen Franken. Der Wechsel der Besitzverhältnisse nimmt einen komplizierten Weg. So betreibt die Anton Styger AG auf drei Grundstücken im Gebiet Schützen seit Jahrzehnten eine Zaunfabrik. Ebenfalls hält die Besitzerfamilie mehrere Pferde. Ein Grundstück gehört der Familie, die anderen der Korporation Unterägeri. Für eine Parzelle gibt es einen 30-jährigen Baurechtsvertrag, die andere wurde der Familie bis anhin verpachtet. Für ein weiteres Grundstück wurde der Familie Styger ebenfalls ein Baurechtsvertrag in Aussicht gestellt.

Alle Grundstücke befinden sich in der Landwirtschaftszone.

Sie wurden geschätzt und entsprechende Gutachten erstellt. So wurde auch die Ausgleichszahlung definiert. «Das Landwirtschaftsland im Büelbrunnen hat einen tieferen Ertragswert als das Grundstück Schützen», erklärt Hess. Die Zahlung wiederum führte an der Versammlung zu Diskussionen. «Ein Votant hat die Höhe des Kaufpreises hinterfragt, da das Grundstück in der Landwirtschaftszone liegt», erklärt Thomas Hess. Es sei schwierig, eine Rendite herauszuwirtschaften, wenn die kantonale Baudirektion die Zustimmung geben müsse, argumentierte der Votant. Zudem sei die Liegenschaft in keinem guten Zustand, was zusätzliche Kosten bedeuten. Trotzdem wurde das Begehren des Korporationsrates angenommen. Der «Schützen» wird also mit den bestehenden Miet- und Pachtverträgen per 1. Juli übernommen.

Weitere Schritte sind in Planung

Das Gebäude besteht aus einem Restaurant mit Saal und einem Gartenrestaurant. Die Kegelbahn im Kellergeschoss wird nicht mehr benützt. Zudem befinden sich fünf Wohnungen im Gebäude. Der Spielplatz neben der Liegenschaft liegt auf Korporationsland. «Je nach Planung für die Liegenschaft können alsdann auch Veränderungen eintreten», sagt Hess. Vor der Versammlung habe sich der Korporationsrat noch keine konkreten Gedanken über die Zukunft des Restaurants gemacht. «Mittlerweile haben wir mit der Baudirektion des Kantons Zug Kontakt aufgenommen, um Planungsarbeiten optimal zu koordinieren», so der Korporationsschreiber. «Zuhanden der Gemeindeversammlung im Mai 2020 wird der Korporationsrat vermutlich einen Kredit für Studienverfahren aufwarten.» Dann liege es bei kreativen Architekten, sich Gedanken zum Objekt zu machen, schliesst Hess. Mit der Sanierung des Gebäudes soll auch die Aufwertung des Naherholungsgebiets einhergehen, so der Korporationsrat.