Leserbrief

Kostenbewusste Verwaltung

«Hohe Steuererträge fluten die Staatskasse», Ausgabe vom 5. April

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Im Kommentar «Abgenutzte Argumente» unterstellt Chefredaktor Harry Ziegler der Finanzdirektion im Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht 2018 und der Budgetierungspraxis Unglaubwürdigkeit. Dies, weil die Rechnung 2018 mit einem Überschuss von 149 statt wie budgetiert mit 2 Millionen abschliesst. Das ist dicke Post! Übrigens schliessen Bund, der Grossteil der Kantone und fast alle Zuger Gemeinden deutlich besser ab als budgetiert. Danke, Schweizer Wirtschaft!

21 Millionen der Abweichungen sind Minderausgaben. Da hat die Verwaltung nicht unglaubwürdig, sondern kostenbewusst gearbeitet. Danke! 5 Millionen stammen aus der Auflösung von Reserven und bringen damit nicht einen Franken zusätzlich in die Kasse. Es bleiben 122 Millionen Mehrertrag oder 8 Prozent des Gesamtertrags, die in der Medienmitteilung nachvollziehbar erklärt werden. Dass in einem wirtschaftlich so dynamischen Kanton wie Zug solche Schwankungen möglich sind, liegt auf der Hand. Das regelmässige Auftauchen von Einmaleffekten ist dabei nicht so absurd, wie es erscheinen mag. Eine Umstrukturierung eines Konzerns, ein Erlös aus Beteiligungsverkauf und anderes sind für die jeweiligen Unternehmen Einmaleffekte. Sie fallen im Folgejahr in diesen Unternehmen nicht mehr an. Aber vielleicht in anderen Unternehmen.

Bei der Kritik der «Zuger Zeitung» vermisse ich Ideen, wie man besser budgetieren könnte. Soll die Finanzdirektion zum Beispiel 100 Millionen Einmaleffekte budgetieren? Was, wenn diese ausbleiben oder gar in die andere Richtung laufen? Wahrscheinlich würde dann der Vorwurf laut, die Finanzdirektion budgetiere spekulativ und gebärde sich wie in einem Spielcasino.

In der Berichterstattung zu den Ständeratskandidaturen mutmasste Harry Ziegler, Heinz Tännler könnten die (von Gesamtregierungsrat, Kantonsrat und Bevölkerung beschlossenen) Sparanstrengungen zum Verhängnis werden. Soll nun mit Unterstellungen und Verdrehungen Stimmung gemacht werden? Gute Medien berichten über Politik und machen sie nicht selber. Und zudem, man darf ja mal positiv sein und Danke sagen, statt immer das Haar in der Suppe zu suchen.

Adrian Risi, Kantonsrat, Nationalratskandidat SVP, Zug