Kranke Kinder dürfen zu Hause gepflegt werden

Oft werden Schüler von ihrem alleinerziehendem Elternteil trotz Krankheitssymptomen in die Schule geschickt. Dabei ermöglicht das Arbeitsrecht, kranke Kinder zu Hause zu pflegen.

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Mit Grippe tagsüber im Bett. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)

Mit Grippe tagsüber im Bett. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)

Es ist Grippezeit - auch bei Kindern. Manche besuchen sogar mit Fieber den Unterricht, weil zu Hause niemand Zeit hat, sie zu pflegen.

Hin und wieder kranke Kinder im Unterricht

Zwar geschieht es nicht jeden Tag, dass Schüler krank in der Bank hängen. Doch es kommt vor. «Ein Schulleiter hat mir berichtet, dass es in der Grippezeit hin und wieder passieren kann, dass ein Schüler nicht gesund in die Schule kommt», erklärt Baars Rektor Urban Bossard. Kranke Schüler seien für seine Lehrer kein akutes Thema.

Fehlende Betreuung zu Hause

Für René Weber, Präsident des Vereins Schule und Elternhaus (S&E) im Kanton Zug wiederum handelt es sich bei diesem Problem «um ein schwer fassbares Thema. Lehrpersonen klagen immer wieder über Kinder, welche zu früh nach einer Grippe oder nach Fieber in die Schule geschickt werden», so Weber. Die Gründe seien vermutlich vielfältig: keine Betreuung zu Hause, Kinder, die in die Schule gehen wollen und deren Eltern nicht durchsetzen können, weil die Kinder Angst haben, zu viel zu verpassen.

Das Arbeitsgesetz erlaubt das Pflegen von kranken Kindern

Das Gesetz regelt das Pflegen von kranken Kindern zu Hause. Gemäss Arbeitsgesetz (Artikel 36, Absatz 3) darf man sich bis zu drei Tagen beim Chef entschuldigen und zu Hause bleiben - wenn das kranke Kind nicht in die Schule gehen kann. Im O-Ton: «Der Arbeitgeber hat Arbeitnehmern mit Familienpflichten gegen Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses die zur Betreuung kranker Kinder erforderliche Zeit im Umfang bis zu drei Tagen freizugeben.» Wobei eine Zuger Rechtsanwältin einschränkend erklärt: «Es gibt allerdings Berufsgruppen, für die dieses Gesetz nicht gilt - doch für die Mehrheit schon.»

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.