Krankenkassenprämien: Nullrunde im Kanton Zug

Gute Nachricht für die Zuger Bevölkerung: Über alle Altersklassen bleibt die Prämienbelastung nächstes Jahr stabil. Die Änderungen der mittleren Prämien bei den Erwachsenen (+1,3 Prozent), jungen Erwachsenen (–18,3 Prozent) und Kindern (+1,1 Prozent) gleichen sich gegenseitig aus.

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 Die Gesundheitsdirektion hat bei den Krankenkassen interveniert, weil in den letzten Jahren die Prämien stärker gestiegen sind als die Kosten. (Symbolbild: Keystone/Gaetan Bally)

Die Gesundheitsdirektion hat bei den Krankenkassen interveniert, weil in den letzten Jahren die Prämien stärker gestiegen sind als die Kosten. (Symbolbild: Keystone/Gaetan Bally)

Wie die Zuger Gesundheitsdirektion mitteilt, profitieren junge Erwachsene besonders. Der starke Rückgang der Prämien bei den jungen Erwachsenen von 19 bis 25 Jahren erklärt sich mit der Entlastung beim Risikoausgleich. Im Gegenzug müssen die Prämienzahlenden ab 26 Jahren höhere Beiträge in den Risikoausgleich entrichten. Ohne diese Neuregelung wäre der Anstieg von 1,3 Prozent bei den Erwachsenen noch tiefer ausgefallen. Die Prämienbelastung für Erwachsene bleibt im schweizerischen Vergleich so oder so moderat: Nur in 3 Kantonen sind die Prämien tiefer als in Zug, in 22 Kantonen sind sie höher.

Krankenversicherer in die Pflicht genommen

In den Vorjahren sind die Prämien im Kanton Zug stärker gestiegen als die Kosten. Die Gesundheitsdirektion hat deshalb bei den Krankenkassen interveniert. Regierungsrat Martin Pfister hat laut der Mitteilung die Versicherer Ende Mai einzeln angeschrieben und sie aufgefordert, die günstige Kostenentwicklung im Kanton Zug bei der aktuellen Prämienrunde vollumfänglich zu berücksichtigen. «Ich freue mich, dass die Versicherer unserem Anspruch Rechnung getragen haben. Unsere Anstrengungen für kostendämpfende Massnahmen müssen sich auszahlen», hält Gesundheitsdirektor Pfister fest.

Der Kanton Zug habe in jüngster Zeit verschiedene Schritte eingeleitet, um die Effizienz der Versorgung zu stärken. Dazu zählt die Anfang 2018 eingeführte Liste mit Operationen, die primär ambulant erfolgen sollen. Solche Eingriffe sind nicht nur günstiger, sondern für die Patientinnen und Patienten auch angenehmer. In die gleiche Richtung zielt die letztes Jahr in Kraft gesetzte Zulassungsbeschränkung für Ärztinnen und Ärzte, die nicht während mindestens drei Jahren an einer schweizerischen Weiterbildungsstätte tätig waren. Damit wird einerseits das Kostenwachstum gedämpft, andererseits die Qualität hoch gehalten. Weitere Massnahmen seien in Vorbereitung, namentlich im Bereich der Spitalplanung.

Ein Vergleich der Prämien lohnt sich

Die in der Statistik ausgewiesenen mittleren Prämien sind ein Durchschnittswert aller Angebote aller Versicherer. Dabei können grosse Unterschiede bestehen. Für Erwachsene beläuft sich die günstigste Prämie im Hausarztmodell mit Standardfranchise beispielsweise auf 318.40 Franken. Die teuerste Prämie im Kanton Zug kostet 560 Franken pro Monat. Das entspricht einer Differenz von 75 Prozent. «Vergleichen lohnt sich also!», so die Gesundheitsdirektion. (rh/PD)