Im Kafi Uszyt in Oberägeri werden auch die Gäste kreativ 

Im neu eröffneten «Kafi Uszyt» in Oberägeri gibt es diverses Selbstgemachtes zu entdecken – und kaufen.

Carmen Rogenmoser
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Barbara Iten, Nicole Hug und Moni Meier (von links) in ihrem neuen Café.

Barbara Iten, Nicole Hug und Moni Meier (von links) in ihrem neuen Café.

Bild: Matthias Jurt (Oberägeri, 6 März 2020)

Klammheimlich wurde in Oberägeri ein neues Café eröffnet. Barbara Iten, Moni Meier und Nicole Hug stehen in der kleinen Küche und bedienen die ersten Gäste. Denn einige Neugierige treibt es auch ohne grosse Feier hierher. «Das war schon lange ein Traum von jeder von uns», sagt Moni Meier. Sie ist eine begeisterte Bastlerin und gibt Interessierten auch Kurse. Eine Möglichkeit, ihre Werke unkompliziert auszustellen und zum Kauf anzubieten, fehlte ihr bisher. Ähnlich ging es ihrer Nachbarin Barbara Iten. «Wir haben uns oft darüber unterhalten, dass es dafür in Oberägeri keinen kreativen Raum gibt», sagt Iten.

Wie das in einem Dorf wie Oberägeri so ist, weiss man einiges voneinander. Eine Bekannte schlug den beiden vor, sich mit Nicole Hug zusammen zu tun, von der sie wusste, dass sie gerne ein Café eröffnen möchte. Eins kam zum anderen und jetzt gibt es das «Kafi Uszyt – Kreativ’s Lädele» tatsächlich. Der ideale Platz wurde in einem Neubau am Raindliweg gefunden. Allzu gross ist das Lokal nicht, aber gemütlich. «Im Sommer können wir auch die Terrasse nutzen», sagt Nicole Hug.

Es wird gebastelt, genäht und gemalt

Schokoladenbraun und weiss dominieren im Innern. Auf einigen Stühlen liegen warme Kunstfelle. Die offene Küche ist durch eine Tresen abgegrenzt. Darauf ist ein Kuchen drapiert. Am Eröffnungstag gibt es Rüeblikuchen – selbstverständlich selbst gemacht, wie fast alles. So gibt es hausgemachten Eistee und Glace vom Bauernhof. Die Menukarte und die Tischdekoration trägt die Handschrift der drei Frauen.

Doch es gibt weiteres zu entdecken: Entlang einer ganzen Wandbreite präsentieren sich gebastelte, gemalte oder genähte Artikel. Tee etwa, Stoffhosen für Babys, Seifen oder auch Hundeleinen. Das Konzept ist einfach: Ein Aussteller mietet einen Platz und stellt dort seine Ware aus. Die Miete geht ans Café. Der Gewinn bekommt der Aussteller. Gekauft werden können die Sachen direkt im Café. Die Miete ist unbefristet. Beide Seiten haben ein Kündigungsrecht. 25 Ausstellungsplattformen gibt es und jede ist bereits vergeben. Rund die Hälfte der Aussteller kommt aus der Gegend, die andere von auswärts. «Wir haben sogar eine kleine Warteliste», freut sich Moni Meier. Dass das Interesse so gross ist, hätten sie nicht gedacht, ergänzt sie.

Ähnlich funktioniert das Konzept mit Kursen. «Interessierte können sich einmieten. Die Anmeldung und Organisation läuft dann über die Mieter, wir bieten einfach die Infrastruktur», erklärt Meier. Sie wird künftig auch ihre eigenen Kurse im Café anbieten.

Richtig gefeiert werden soll die Eröffnung dann schon auch noch. Das eigentlich geplante Fest wurde aufgrund des Corona-Virus abgesagt. «Wenn schon, dann wollen wir eine Feier machen, wie wir sie uns vorstellen.» Wenn hier etwas gemacht wird, dann richtig.

Weitere Informationen zum Café und dem Angebot gibt es online

Der Musiker und seine Orgel

Seit 40 Jahren ist der international bekannte Musiker und Komponist Carl Rütti in Oberägeri tätig.
Carmen Rogenmoser

Post in Oberägeri: Wie stehen die Chancen?

Die Empfehlung der Kommission PostCom zur Schliessung in Oberägeri wird innerhalb des nächsten halben Jahres erwartet. Seit 2012 hat die Behörde der Post in sechs Fällen vorgeschlagen, auf eine Schliessung zu verzichten.
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