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Kommentar

Krippenplätze statt Urlaub

Chefredaktor Harry Ziegler über Vaterschaftsurlaub.
Harry Ziegler
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Der Nationalrat hat beschlossen, dass ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub eingeführt werden soll. Noch vor drei Jahren hat dasselbe Parlament dieses Begehren versenkt. In der Zwischenzeit hat eine Volksinitiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub offenbar einen gewissen Druck erzeugt. Und am 20. Oktober wird gewählt.

Was, ausser Kosten von geschätzten rund 230 Millionen Franken, bringt ein zwei Wochen dauernder, staatlich verordneter Urlaub? Vielleicht eine stärkere Bindung des Vaters zum Kind und umgekehrt, eine Entlastung der Mutter nach der Niederkunft? Das war’s? Im Wesentlichen ja. Denn zwei Wochen, um der Mutter eine wirksame Hilfe zu sein, sind zu kurz. Eine längere Auszeit für Väter soll’s nicht geben. Mindestens keine bezahlte.

Was also tun? Der Vaterschaftsurlaub wäre zweifellos bei einer Dauer von zwei Wochen finanzierbar, aber keine wirkliche Lösung für das Grundproblem, dass sich Eltern die Betreuungsarbeit nach der Geburt eines Kindes teilen möchten. Auch mit 14 Tagen Urlaub für Väter bleibt die meiste Arbeit an der Mutter hängen. Mit den rund 230 Millionen sollte man vernünftigerweise Krippenplätze statt eines kurzen Vaterschaftsurlaubs finanzieren. Damit wäre wohl den meisten jungen Eltern eher gedient. Wenn es denn ein Urlaub sein müsste, dann eine grosszügige Elternzeit, die sich Mutter und Vater nach Belieben untereinander aufteilen können.

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