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Kritik an Mischverkehrsflächen auch in Zug

Als Konsequenz aus einem Rechtsgutachten soll es in Zukunft in Zürich möglichst keine gemeinsamen Verkehrsflächen für Fussgänger und Velofahrer mehr geben. Auch in Zug sorgen solche immer wieder für Kritik.
Christopher Gilb
Geben Anlass zu Diskussionen: Mischverkehrsflächen für Fussgänger und Velofahrer. Hier bei der Zuger Vorstadt. (Bild: Stefan Kaiser (1. Oktober 2018))

Geben Anlass zu Diskussionen: Mischverkehrsflächen für Fussgänger und Velofahrer. Hier bei der Zuger Vorstadt. (Bild: Stefan Kaiser (1. Oktober 2018))

Die gemeinsamen Verkehrsflächen für den Fuss- und Veloverkehr führten in der Stadt Zürich in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten. Das gilt in besonderem Masse für die Mischverkehrsflächen auf Trottoirs. Bislang fehlte dort eine rechtlich abgestützte Praxis bei der Frage, in welchen Situationen den Velofahrenden die Nutzung des Trottoirs ermöglicht werden kann. Die Stadt gab deshalb ein Rechtsgutachten in Auftrag.

Die Gutachter kommen zum Schluss, dass die Anordnung von Rad- und Fusswegen auf Trottoirs nicht zulässig ist. Grundsätzlich dürften nur Fussgängerinnen und Fussgänger das Trottoir benützen. Es gebe jedoch einige wenige Ausnahmen, zum Beispiel gehbehinderte Personen mit motorisierten Rollstühlen.

Alle sehen Handlungsbedarf

Dieses Gutachten könnte nun auch Auswirkungen auf die Praxis in anderen Städten und Gemeinden haben. Denn vor allem, seit es vermehrt E-Bikes gibt, nehmen die Reklamationen zu, wie auch der Zuger Sicherheitsdirektor Beat Villiger auf Nachfrage bestätigt: «Es ist so, dass in letzter Zeit Meldungen eingegangen sind, dass der Mischverkehr gewisse Risiken birgt. Vor allem Fussgänger fühlen sich durch Velofahrende, zunehmend gerade durch E-Bikes, unsicherer.»

Er habe deshalb kürzlich veranlasst, die Situation intern zu besprechen. «Wir haben das Rechtsgutachten und die geänderte Politik der Stadt Zürich zur Kenntnis genommen», sagt Villiger. Die dortigen Erkenntnisse würden nun in die bereichsübergreifende Arbeitsgruppe, die sich mit den Radwegen im Kanton Zug befasse, einfliessen. «Die Arbeitsgruppe wird prüfen, welche Massnahmen daraus allenfalls für den Kanton Zug abzuleiten wären.» Dies ist auch im Sinne des in der Stadt Zug fürs Thema Zuständigen, Urs Raschle. «Ich habe das Thema auf meiner Pendenzenliste und möchte es gerne demnächst beim Kanton ansprechen», so der Vorsteher des Departementes Soziales, Umwelt, Sicherheit. Beim Kanton deshalb, weil die grösseren Strassen in die Stadt Zug und aus der Stadt hinaus Kantonsstrassen sind. «Der Stadt sind deshalb in vielen Fällen die Hände gebunden, darauf muss ich die Bürgerinnen und Bürger, die sich wegen des Themas an mich wenden, dann auch hinweisen.»

Zwar lasse sich die Situation in Zug nicht mit dieser von Zürich vergleichen, «wo auf diesen Flächen viel mehr Verkehr ist», so Raschle. Aber: «Ich habe schon etliche Rückmeldungen erhalten, dass es manchmal eng werde. Auch ich habe schon als Velofahrer gedacht: ‹Da habe ich jetzt aber Schwein gehabt.›»

Würde die Stadt oder der Kanton in Bezug auf die Mischverkehrsflächen etwas ändern, würde dies an Pro Velo Zug wohl nicht scheitern. Auf Nachfrage teilt die Interessensvereinigung mit: Man sei seit Jahren bestrebt, den Mischverkehr zu entflechten. Dies sei jedoch – und damit hat der Verein wohl das Kernproblem erkannt – in der Umsetzung vielerorts sehr schwierig, da es aus Platzgründen im Kanton Zug nur sehr wenig Strecken gebe, die ausschliesslich Velofahrern vorbehalten seien. «Ziel kann ja auch nicht sein, das wir Velofahrer Fussgänger werden müssen», so der Co-Präsident von Pro Velo Zug Urs Ehrensberger. Durch ein gut durchdachtes Veloverkehrsnetz und einer in die Zukunft gerichteten Verkehrsstrategie könne der Mangel aber behoben werden. So steht unter Punkt 2 der Ziele der Zuger Velonetz-Initiative, für welche unter anderem Pro Velo Zug Unterschriften sammelt, entsprechend: «Der Veloverkehr wird vom Autoverkehr und dem Fussgängerbereich möglichst separiert («Velobahnen»).

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