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KRYPTOWÄHRUNGEN: Grüne fürchten um Zugs Reputation

Stadt und Kanton Zug sind mittlerweile weltweit als Crypto Valley bekannt – mit den entsprechenden Risiken. Statt sich nur auf digitale Währungen zu konzentrieren, soll der Kanton stärker auf das grosse Potenzial der Blockchain-Technologie setzen.
Harry Ziegler
Der Bitcoin, eine Währung, die in Zug gross gehandelt wird. (Bild: Keystone)

Der Bitcoin, eine Währung, die in Zug gross gehandelt wird. (Bild: Keystone)

Harry Ziegler

harry.ziegler@zugerzeitung.ch

Bitcoin, Blockchain, Crypto Valley: Das sind Begriffe, die momentan in fast aller Munde sind. Und diese Begriffe sind nicht nur positiv besetzt. Für den US-amerikanischen Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften beispielsweise, Joseph Stiglitz, bergen digitale Währungen die Gefahr eines Reputationsschadens, wie er kürzlich im «Sonntagsblick» sagte.

In einer Interpellation will die Kantonsratsfraktion der Alternative-die Grünen (ALG) unter anderem aufgrund der Aussage des Nobelpreisträgers die Frage nach dem Reputationsrisiko für den Kanton Zug beantwortet haben. Vor allem weil die Stadt Zug sich weltweit als Crypto Valley vermarktet – und mittlerweile auch das kantonale Handelsregisteramt seit kurzem Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert. Die so­genannte Bitcoin-Blase und das laut ALG bereits wegen der Kontroverse um ansässige Rohstoffhändler sowie des Rufs als Steueroase angeschlagene Image des Kantons setzen diesen nun einem weiteren möglichen Reputationsschaden aus.

«Nicht nur immer die Risiken sehen»

Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler darf die Antworten auf die Fragen in der Interpellation nicht vorwegnehmen, nimmt aber allgemein Stellung zu Reputationsrisiken aus seiner Sicht. «Ich stelle fest, dass allfällige Reputationsrisiken in der Regel viel zu hoch angesiedelt werden.» Dies sei beim Zuzug der Rohstoffhändler der Fall gewesen, das sei jetzt vermutlich auch der Fall mit den digitalen Währungen und der Blockchain. «Man darf nicht nur immer die Risiken sehen und nur schwarzmalen», findet Tännler. Man müsse auch die Chancen hinter solchen Technologien sehen. «Man muss sich aber auch immer vor Augen halten, dass Chancen gewisse Risiken bergen.»

Es sei Aufgabe der Zuger Politik, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. «Wenn sich aber in einer Branche – auch einer neuen – Fehlleistungen entwickeln, dann ist das sicher nicht gut», so der Finanzdirektor. «Wir leisten solchen Fehlentwicklungen nicht Vorschub. Mit unserem Handeln wollen wir gute Rahmenbedingungen schaffen, die letztlich auch zu Wohlstand in unserem Kanton führen.»

Kanton Zug ist in den Gremien vertreten

Der Hype um die Kryptowährungen beflügelt Spekulationen und in einigen Fällen auch die kriminelle Energie Einzelner. So hat die Finanzmarktaufsicht (Finma) in mehreren Fällen Abklärungen getroffen und beispielsweise den «E-Coin» aus dem Verkehr gezogen. Der Urheber des «E-Coin» soll betrügerische Absichten gehabt haben. Tännler habe zusammen mit Volkswirtschaftsdirektor Matthias Michel Einsitz in entsprechenden Gremien, die sich mit allfälligen Regulierungen und den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Branche beschäftigen.

In der Schweiz müssen Kryptowährungen seit zwei Jahren versteuert werden. Der Kanton Zug hat – wie auch der Kanton Luzern – dazu ein Merkblatt herausgegeben. «Wir haben versucht, unser erstes Merkblatt so umfassend wie möglich zu machen mit dem Wissensstand, den wir heute haben», sagte der Zuger Finanz­direktor Heinz Tännler im Dezember unserer Zeitung. In naher Zukunft rechne man bei der Steuerverwaltung nicht mit einer grossen Zahl solcher Fälle. Sollte sich allerdings abzeichnen, «dass es immer mehr steuerlich relevante Unternehmen werden, muss man nochmals über die Bücher», so Tännler. Das bedeutet, die Verantwortlichen im Kanton Zug haben Entwicklungen in diesem Bereich im Auge.

In ihrer Interpellation schreibt die ALG, es bestünden «grundsätzlich grosse Chancen in einer weltweiten Positionierung des Standorts Zug im Bereich dieser neuen zukunftsweisenden technologischen Entwicklungen». Hier stimmen sie mit Finanzdirektor Tännler überein. Die ALG verlangt ein «differenziertes und ein sorgfältiges, nicht von einem Hype getriebenes Vorgehen». Blockchain und Kryptowährungen seien zweierlei. Insofern sei die Marke Crypto Valley wohl irreführend. Die Blockchain biete mehr Möglichkeiten als nur die dezentrale Verwaltung anonymisierter Digitalwährungen.

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