Künftige Entwicklung liegt in Merenschwand auf dem Tisch

Die neue Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinde Merenschwand sieht einige Ein-, Aus- und Umzonungen vor.

Eddy Schambron
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Der Ortsteil Benzenschwil soll gefördert werden.

Der Ortsteil Benzenschwil soll gefördert werden.

Bild: Eddy Schambron

Wo wohnen, wo arbeiten, wo Landwirtschaft betreiben, wo Landschaft schützen: Die neue Bau- und Nutzungsordnung mit Bauzonenplan und Kulturlandplan will unter anderem genau das für die Zukunft klären.

Es war ein langer Weg bis zur jetzt laufenden Auflage. Nötig wurde die Revision mit dem Zusammenschluss der früher eigenständigen Gemeinden Merenschwand und Benzenschwil zur neuen Gemeinde Merenschwand.

Benzenschwil als Wohnschwerpunkt

Der Dorfteil soll als Wohnschwerpunkt gefördert werden. In der bestehenden Zone für öffentliche Bauten und Anlagen südlich der Oberdorfstrasse befinden sich heute nur noch teilweise öffentliche Nutzungen.

Die Gemeindeverwaltung, die Feuerwehr oder die Schule sind mit der Fusion mit Merenschwand umgezogen, geblieben sind nur der Forstbetrieb Reuss-Lindenberg und der Kindergarten. Die Zukunft des Forstwerkhofs ist offen, der Gemeinderat findet den Standort nicht ideal. Es wird in die Wohnzone 2 mit Gestaltungsplanpflicht umgezont.

Umzonung in Rickenbach

Im Ortsteil Rickenbach befinden sich mehrere Landwirtschaftsbetriebe direkt am Bauzonenrand und damit in unmittelbarer Nähe zu Wohnnutzungen. Das führt teilweise zu Konflikten bezüglich Lärm- und Geruchsimmissionen. Die Mindestabstände für Tierhaltungsanlagen können nicht eingehalten werden, wodurch die bestehenden Betriebe in ihrer Entwicklung eingeschränkt sind.

Mit der Zuweisung des ganzen Gebiets in die Wohn-und Gewerbezone 2 erhöht sich ihr Spielraum etwas. «Mit der Umzonung soll auch zum Ausdruck gebracht werden, dass die Landwirtschaft in diesem Ortsteil weiterhin ihren Platz haben soll.» Auch der Gemeinderat findet eine Umzonung richtig. Wegen der sensiblen Lage am Siedlungsrand und der grossen Fläche wird die Gestaltungsplanpflicht auferlegt. Der bestehende Landwirtschaftsbetrieb wird mit der Überbauung aufgegeben und in die Bauzone integriert.

Beispiel Kernzone

Die Kernzone dient der Entwicklung, Pflege und zeitgemässen Entwicklung der Ortskerne Benzenschwil von lokaler und Merenschwand von nationaler Bedeutung. Zulässig sind hier Wohnungen, Ladengeschäfte, Gaststätten sowie nicht störendes und mässig störendes Gewerbe. Neubauten haben die bestehende Siedlungsstruktur bezüglich der volumetrischen Erscheinung, der architektonischen Gestaltung sowie der Stellung zu den Nachbargebäuden und zum Aussenraum zu unterstützen und zu ergänzen.

Selbstverständlich sind auch Arbeits-, Landwirtschafts- und Landschaftsschutzzonen definiert. Kurz und gut: Es gibt viel zu entdecken in der öffentlichen Auflage, welche bis zum 10.März dauert. Mit in der Auflage sind das Natur- und Landschaftsinventar der Gemeinde sowie das Bau- und Kulturobjektinventar.

Durchgangsplatz für Fahrende liegt nicht in der Bauzone

(es) Es gab im Rahmen der Revision der Bau- und Nutzungsplanung Merenschwand viele Diskussionen und auch Einwendungen gegen die Spezialzone Fahrende in Benzenschwil an der Kantonstrasse zwischen Muri und Wallenschwil. Unter anderem wurde ins Feld geführt, der Durchgangsplatz für Fahrende habe für die in der Nähe angesiedelten Gewerbebetriebe Nachteile, die eingeschränkte Nutzung nur für Schweizer Fahrende sei schwer durchsetzbar.
Der Gemeinderat lehnte die Begehren in seiner Stellungnahme vom 11. März 2019 durchweg ab, beziehungsweise musste sie ablehnen: Die Parzellen sind im Eigentum des Kantons Aargau. Die Fläche wird einer Spezialzone zugewiesen, bei der es sich aus rechtlicher Sicht nicht um eine Bauzone handelt. Die Schweiz hat das Rahmenübereinkommen des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten ratifiziert. Damit verpflichtet sie sich, die Bedingungen zu fördern, die es den Angehörigen nationaler Minderheiten ermöglicht, ihre Kultur zu pflegen. Es besteht ein Mangel an Halteplätze für die Fahrenden, auch im Aargau.
Aus raumplanerischer Sicht sei das Areal beim Benzenschwiler Kreisel für einen Durchgangsplatz geeignet, kommt der Kanton zum Schluss. Die Erschliessung für Wasser, Abwasser und Elektrizität könne mit geringem Aufwand erstellt werden. Die maximale Belegung ist auf 15 ausschliesslich mobile Wohneinheiten beschränkt. Die Aufenthaltsdauer beträgt in der Regel längstens einen Monat, eine erneute Belegung ist nach einem Monat Unterbruch möglich.