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Leserbrief

Kühlen Kopf bewahren – auch bei heissen Temperaturen

«Doppeladler, Cervelat und Gülle», Ausgabe vom 31. Juli

Welch eine Freude den Artikel von Pascal Hollenstein zum Nationalfeiertag zu lesen. Dabei wird uns anhand von einer kurzen historischen Aufarbeitung in Erinnerung gerufen, dass wir Schweizer eine mehr oder weniger zufällig zusammengewürfelte Menschengruppe ohne gemeinsame Abstammungsgeschichte sind und wir in der neusten Vergangenheit gleich mehrere Einwanderungswellen überraschend erfolgreich absorbieren konnten. Erst recht können wir stolz auf die Erfolgsgeschichte unserer Willensnation sein.

Auf erfrischende Weise übt Herr Hollenstein Kritik an fieberhafter Angst vor Vielfalt; einigen würde wohl eine etwas entspanntere Betrachtung der Migrationsthemen gut tun. Dass die Doppeladlergeste vorübergehend zum medialen Hauptthema werden konnte, zeigt sehr trefflich, dass unsere vermeintlich grossen Probleme gar nicht mehr so gross sind.

Marcel Peter, FDP-Kantonsrat, Neuheim


Am 31. Juli las ich in der Zuger Zeitung aus Anlass des 1. Augustes: «Wir müssen nicht alle gleich sein. Ein Land der Freiheit ist kein Ameisenstaat.» Gleichzeitig wurde in anderen Zeitungen über die Zürcher Rede von Churchill vom 19. September 1946 geschrieben. Wie so oft wurde ersichtlich, dass der Verfasser Churchill nicht verstanden hat, und wie so oft wurde der Schwerpunkt auf die beiden Wörter «vereinigtes Europa» gelegt und von einem flammenden Appell geschrieben.

Wer Churchill und die Briten kennt, weiss, dass er keine flammenden Reden hielt, sondern nüchtern die Sachlage analysierte und seine Schlüsse daraus zog.

Er redete auch nicht von einem vereinigten Europa, wie es die EU will, sondern er sagte: «Die ehemaligen Staaten und Fürstentümer Deutschlands, in einem föderalistischen System zum gemeinsamen Vorteil freiwillig zusammengeschlossen, können in den Vereinigten Staaten von Europa ihre eigene, individuelle Stellung einnehmen.»

Auch wenn es die sich so modern fühlenden Kritiker der Nationalstaaten wünschen. Er ging von souveränen Nationen aus, die zusammenarbeiten. Und er wusste genau zwischen Nationalismus und Patriotismus zu unterscheiden.

Es ist peinlich. Wenn diese Rede, immer wieder herangezogen wird, um ein vereinigtes Europa im Sinne der EU zu propagieren. Churchill lebte im intakten Commonwealth und einem Briten wäre es damals nie in den Sinn gekommen, Souveränitätsrechte abzutreten. Er hätte den Einheitsbrei, in dem die EU einen Teil Europas verwandelt strikte abgelehnt. Und inzwischen sind sie wieder gescheiter geworden und lösen sich von der EU und wir werden uns die Augen reiben, welche Chancen sich hierbei für die Briten eröffnen! Und damit komme ich zum Ameisenstaat: Wir sind durch Überregulierung und Einmischung aus dem Ausland (EU) und dem völligen Fehlen von Stolz unserer Regierung gegenüber anderen, auf dem besten Weg unsere Freiheit zu verlieren, wir verurteilen alle, die nicht gleich sind, und sind schon längst ein Ameisenstaat, wenn auch ohne König (ausser man geht, wie ich, davon aus das wir in einer Verwaltungsdiktatur leben). Sich dies bewusst zu werden ist unsere Aufgabe als Staatsbürger. In diesem Sinne hoffe ich, dass wir den Weg noch finden, bevor wieder ein «Getriebener» wie Tell gezwungen ist, das Heft in die Hand zu nehmen.

Michel Ebinger, Rotkreuz

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