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KULTUR: «Jetzt können wir mal zu den Leuten»

Ab nächstem Sommer wird im Theater Casino umgebaut. Die Macher wollen aber trotzdem Kultur bieten – an ganz unerwarteten Orten.
Samuel Steine­mann und Judith Brügger wollen den Fokus für das Casino öffnen. (Bild Stefan Kaiser)

Samuel Steine­mann und Judith Brügger wollen den Fokus für das Casino öffnen. (Bild Stefan Kaiser)

Samantha Taylor

In etwa einem Jahr ziehen im Theater Casino die Bauleute ein. Im Juni 2016 beginnt die Sanierung des Kulturhauses. Während rund 12 bis 14 Monaten wird dann im Casino ausschliesslich neben der Bühne gearbeitet. Theater, Konzerte oder andere kulturelle Veranstaltungen im Haus durchzuführen, ist in dieser Zeit nicht möglich. Für die Macher des Kulturbetriebs ist das allerdings kein Grund, während einer Saison einfach Pause zu machen. «Ganz und gar nicht», wie Intendant Samuel Steine­mann sagt. Vielmehr will er mit der Theater- und Musikgesellschaft Zug – in der Saison 2016/17 – neue Wege beschreiten. «Wir sind derzeit auf der Suche nach Räumen, in denen wir unser Programm zeigen könnten. So unter dem Motto ‹Überall ausser im Casino›», führt er weiter aus.

Für diese Lösung entschieden haben sich Samuel Steinemann und sein Team einerseits, weil man überzeugt sei, dass die Zugerinnen und Zuger auch in dieser Zeit Hunger auf Kultur hätten. «Wir wollen die Besucher bei der Stange halten und sie nicht einfach nach Zürich oder Luzern schicken.» Anderseits gehe es auch um die Sponsoren. «Es wäre schwierig, unseren treuen Sponsoren zu sagen, dass sie jetzt eine Saison aussetzen müssen und wir sie dann wieder brauchen.» Da bestehe die Gefahr, dass sie abwandern. Und schliesslich sei das Ganze auch künstlerisch attraktiv. Steine­mann: «Wir wollen die Chance nutzen, um verrückt zu denken.»

Im Park Tower oder im Parkhaus

Aktuell seien er und Judith Brügger, verantwortlich für das Veranstaltungsmanagement, in der Brainstorming- und Abklärungsphase. «Wir sind offen für alles und haben noch nichts ausgeschlossen», so Steinemann weiter. Einige mögliche Spielorte haben die Kulturmacher dabei auch schon ins Auge gefasst. «Wir könnten uns etwa vorstellen, etwas in dem städtischen Raum im obersten Geschoss des Park Tower zu machen.» Daneben seien auch Industrieareale ganz allgemein interessant. «Wir führen Gespräche mit der V-Zug und der Papieri in Cham», zählt Steinemann auf. Man sei aber auch offen beispielsweise für Open-Air-Lösungen, grosse Scheunen, Fabrikbetriebe oder Parkhäuser. Vorläufig sei noch alles möglich. «Wir hatten auch eine ganz verrückte Idee», berichtet Steinemann. So werde sehr bald in Bern das Stadttheater saniert. Dieses weiche auf einen eigens dafür angefertigten Kubus aus. «Wir haben angefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, diesen Kubus nach Zug zu schaffen und zu mieten.»

Das Ganze sei natürlich immer auch eine finanzielle Frage. «Es wird verschiedene Dinge geben, die wir aufgrund der Kosten ausschlagen müssen. Der Kubus könnte dazugehören», so der Intendant. «Wir können uns aber auch vorstellen, dass wir ganz gezielt für Projekte auf Sponsorensuche gehen werden.» Man wolle jetzt erst einmal abwarten, was noch alles komme.

Gleiche Handschrift

Neben all den ausgefallenen und ungewöhnlichen Spielorten greifen Steinemann und sein Team aber auch auf ganz konventionelle Lösungen zurück. So wolle man ebenfalls von den anderen Kulturinstitutionen in der Stadt Zug Gebrauch machen und mit einzelnen von ihnen zusammenarbeiten. Dies auch aus rein praktischen Gründen. «Wir können nicht für jede Veranstaltung quasi die gesamte Infrastruktur – beispielsweise in einer Tiefgarage – neu aufbauen. Das wäre sehr aufwendig.»

Obwohl noch vieles unklar ist und auf den Intendanten und sein Team einiges an Arbeit zukommt, freut sich Steine­mann auf das aussergewöhnliche Jahr. «Ich finde es toll, dass wir mit dem Casino jetzt mal raus zu den Leuten gehen. Das wird sicher spannend.» Bis Mitte August will Steinemann die grundsätzlichen Abklärungen abgeschlossen haben. «Danach wollen wir festlegen, an welchen Orten das Casino zu Gast sein wird.» Vorschläge von Dritten, die einen Raum anbieten könnten, könnten bis dahin noch gemeldet werden.

Gegen Herbst werde er dann beginnen, das Programm zu planen. Und dieses soll ganz in der Manier des Kulturhauses sein. Steinemann: «Wir werden gewisse Dinge wohl anpassen müssen, aber im Grossen und Ganzen soll das Programm der Saison 2016/17 ganz klar die bisherige Handschrift tragen. Wir veranstalten nicht plötzlich Rockkonzerte.»

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