Zug
Wo die Kunst als Übersetzerin von Zeit in Raum in Erscheinung tritt

Das «wandernde» Kunstformat «Contact» gastiert in der Shedhalle Zug. Raum und Zeit als prägende Komponenten des Lebens beschäftigen die 16 Ausstellenden.

Andreas Faessler
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«Now And Forever – 10 Minutes Into Eternity» vereint das zeitgenössische Schaffen von 16 Künstlerinnen und Künstlern.

«Now And Forever – 10 Minutes Into Eternity» vereint das zeitgenössische Schaffen von 16 Künstlerinnen und Künstlern.

Bild: PD

«Contact» nennt sich das im Kanton Uri beheimatete zeitgenössische Kunstformat, welches als loser Verbund befreundeter Kunstschaffender Ausstellungen an wechselnden Orten in der Schweiz realisiert. Aktuell ist dieses «nomadische» Kollektiv mit dem Thema «Raum und Zeit» unterwegs und gastiert demnächst in der Shedhalle in Zug.

Die Ausstellung «Now And Forever – 10 Minutes Into Eternity» fokussiert sich auf die Liebe und den Tod, zwei derjenigen Phänomene, welche das menschliche Dasein wohl am stärksten prägen. Nicht nur die moderne Wissenschaft befasst sich mit diesen existenziellen Fragen unseres Lebens, sondern bereits frühe Mythologien, Religionen und die Philosophie haben sich damit ausgiebig beschäftigt. Dabei richten sie ihr Augenmerk auch immer wieder auf die Relation von Zeit und Raum.

Der Traum vom Reisen durch die Zeit

Reto Scheiber, Innenarchitekt und bildender Künstler aus Uri sowie Gesamtleiter von «Contact», führt aus: «Raum und Zeit sind Rahmenbedienungen, die uns umgeben, Strukturen, die unsere Wahrnehmung der Realität prägen, Strukturen, innerhalb der alle Materie ihre Existenz gestaltet und ihr Schicksal verwirklicht.»

Gleichzeitig seien Raum und Zeit zwei Begrenzungen, die an die Fragilität des Lebens erinnern – auch wenn die wissenschaftliche Forschung von der Erfindung eines Elixiers des ewigen Lebens träume, um die ultimative Grenze des Todes zu überwinden. Scheiber schlägt an dieser Stelle den Bogen zu den Science-Fiction-Autoren, welche von Zeitreisen träumen, von einem «romantischen Eintauchen in verlorene Welten» bis hin zur Erforschung einer neuen Matrix und die technologische Revolution, welche eine digitale Tür zu einer fünften Dimension öffnet.

Und hier kommt nun die Kunst ins Spiel. Scheiber: «Sie aber vermag es immer wieder, Zeit in Raum zu übersetzen. Dies kann auf vielfältige Weise geschehen. Inhaltlich immer dann, wenn es um Grenzerfahrungen geht, und/oder formal, indem Zeit ganz konkret räumlich fassbar, begreifbar gemacht wird.» Die Grenzen zwischen den Zeiten würden durchlässig. Gegenwart schliesse sich mit Vergangenheit kurz oder öffne sich ins Unendliche.

«Sie dehnt sich, reichert sich an. Now is forever.»

Inspiriert und geleitet von der Thematik sind die ausgestellten Werke der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler. Es sind Arbeiten von Patrik Alvarez, Micha Aregger, Titus Eichenberger, Franziska Furrer, Carmela Gander, Martin Gut, Rochus Lussi, Matthias Moos, Pia Petri-Maurer, Anita Regli, Manuela Saurer, Anita Sieber, Reto Scheiber, Marco Scorti, Andreas Widmer und Anna-Sabina Zürrer.

Wissenschaftliche Einführung und Podium

Die Ausstellungsvernissage findet statt am Samstag, 26. März, um 18.30 Uhr mit einer Einführung von Kunsthistoriker Michael Sutter. Am Sonntag, 10. April, um 14 Uhr gibt es eine Künstlergesprächsrunde mit Michael Sutter und der Kulturwissenschafterin Silvia Henk sowie mit allen anwesenden Künstlerinnen und Künstlern.

«Now And Forever – 10 Minutes Into Eternity», Ausstellung in der Shedhalle Zug, Hofstrasse 15, vom 26. März bis 17. April. Geöffnet Do/Fo 14–19 Uhr, Sa/So und Feiertage 14–17 Uhr. Infos: www.contact-contemporary.com

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