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KUNST AM BAU: So kam ihre Kunst auf den Turm

Die Zuger Künstlerin Daniela Schönbächler setzt im englischen Oxford mit der Installation «The Lantern» einen städtebaulichen Akzent, der zum Markenzeichen wird.
Monika Wegmann
«The Lantern» – das Werk der Zuger Künstlerin ist ein leuchtender Blickpunkt mitten in Oxford. (Bild: Lorenz Erismann, Winterthur)

«The Lantern» – das Werk der Zuger Künstlerin ist ein leuchtender Blickpunkt mitten in Oxford. (Bild: Lorenz Erismann, Winterthur)

Monika Wegmann

redaktion@Zugerzeitung.ch

Auf einem Sockel nahe beim Fenster des Ateliers im luzernischen Wauwil steht ein Turm aus gläsernen Scheiben. «Ja, das ist das 1: 10-Modell meiner Installation ‹Lantern›, die seit letztem Jahr einen Neubau im englischen Oxford ziert», bestätigt die Zuger Künstlerin Daniela Schönbächler. «Hier haben wir je nach Lichtatmosphäre den Sonneneinfall gefilmt. Das alles war wichtig für die sehr komplexe Gesamtplanung. Zuletzt hat alles funktioniert.»

Der Ein- und Ausgang zum historischen Zentrum Oxfords wird durch einen neuen Turm markiert. Darauf steht Daniela Schönbächlers schlanker Zylinder aus Chromstahl von acht Metern Höhe und drei Metern Durchmesser. Im 13-seitigen Vieleck glänzen 78 gleich grosse Glasscheiben. Sie unterscheiden sich in ihren Farben und der Durchsicht. So ergeben sich wechselnde transparente Schattierungen von himmelfarbenem Blau bis Grün. Weil der gläserne Zylinder gegen oben offen ist, verändern sich die Farben je nach Tageszeit und Wetter laufend.

«Markenzeichen» ist weithin sichtbar

«Abends liegen diese Strassenfronten im Schatten, doch dank des LED-Leuchtsystems ist die Installation gut zu sehen», sagt Daniela Schönbächler. Die Beleuchtung verändere laufend ihre Intensität und Tönung, was nachts einen schönen Effekt ergebe. «Himmel, Licht, Tages- und Jahreszeit und der Moment spielen hier eine Rolle. Die In­stallation sieht immer wieder anders aus. Von Beginn an ist mir in der Höhe ein transparentes Gebilde vorgeschwebt, welches Licht einfängt und abgibt.»

«The Lantern» sei heute für den Stadtteil Westgate zu einem weithin sichtbaren Markenzeichen geworden. Der Zylinder ist von ihrem Montageteam am Boden zusammenmontiert worden, bevor ein Kran ihn aufs Dach hievte. Die Montage habe zwei Wochen gedauert, erklärt die Künstlerin, die persönlich vor Ort alles kontrolliert hat. An der Fassade nebenan hat Daniela Schönbächler mit «Oculus» ein zweites Kunst-am-Bau-Projekt umgesetzt. Es handelt sich um eine fünf Meter grosse verglaste kreisrunde Komposition, die ebenfalls nachts beleuchtet wird und, wie die Künstlerin betont, «im Dialog mit dem Turm steht».

Der Geschäftskomplex im Oxforder Westgate wurde vom Londoner Büro Dixon Jones Architects im Auftrag des Immobilienunternehmens Land Securities realisiert. Architekt Sir Jeremy Dixon hat bereits 2011 mit Daniela Schönbächler zusammengearbeitet, als sie für eine Passage in der Londoner Innenstadt eine Lichtinstallation konzipierte.

Zeitweise als Gastdozentin

«Ich bin mir dessen bewusst, dass es als Schweizer Künstlerin nicht selbstverständlich ist, solche Kunst-am-Bau-Aufträge zu erhalten», sagt Daniela Schönbächler. Sie führt dies darauf zurück, dass sie seit 1999 zeitweise in London lebt und gute Beziehungen aufbauen konnte. Seit 2016 ist sie, zusammen mit ihrem Partner Claudio Holdener aus Zug, ausserdem als zeitweilige Gastdozentin an der University of the Arts London UK tätig.

Noch ein Erfolg in Payerne

Bei Kunst-am-Bau-Projekten habe sie als ehemalige Architektin den enormen Vorteil, dass sie wisse, wie ein Gebäude funktioniere und welche Aspekte die architektonische Formensprache beinhalte. «Dies ermöglicht es mir auch, dass ich bereits bei der konstruktiven Planung mitwirken kann», so die Zugerin.

Im vergangenen Jahr konnte sie einen weiteren Erfolg verzeichnen: In Payerne VD gewann sie 2014 einen Wettbewerb für Kunst am Bau an der Fassade des kantonalen Gerichtsgebäudes. Auch hier spielt das Licht eine entscheidende Rolle. Die Passanten auf der Strasse nehmen die erst im Frühling 2017 realisierte Installation «Lumen» als sich subtil veränderndes Lichtbild wahr, im Innenraum wirkt sie als diskrete Lichtquelle. Auch hier hat Daniela Schönbächler für das zweischichtige Verbund- und Sicherheitsglas keine grellen Farben, sondern sanfte Töne verwendet. «Abends beginnen die Lichträume zu leben, das gibt dem Gebäude eine Zeitgenössigkeit, etwas Neues in der Strasse.»

Im letzten Jahr präsentierte sie ausserdem an der «Bex & Arts» eine Triennale Skulptur/Installation; weiter nahm sie in Winterthur mit «Shortlisted» am Wettbewerb für Kunst am Bau am neuen Polizeigebäude teil.

«Ja, es läuft zurzeit vieles», sagt die Künstlerin und lacht. In der nächsten Zeit werde sie sich an weiteren Wettbewerben beteiligen. Zudem plane sie bereits für ein Kunst-am-Bau-Projekt in der Gegend von Zug. Genaueres will sie aber noch nicht verraten.

Besonders freut sich Daniela Schönbächler auf ein spezielles Projekt, das auf acht Inseln an der Küste Norwegens geplant ist. Sie zeigt ein Foto: «Ich habe jetzt dort eine Insel.» Auf jeder der Inseln mit Leuchttürmen kann ein Künstler eine Installation für den Aussenraum entwerfen, welche für drei bis vier Monate zu sehen sein wird. «Im November ist dort eine Ausstellung geplant. Ich wurde von einem englischen Kurator eingeladen.»

Je nach Projekt lebt Daniela Schönbächler in Edlibach, Venedig oder London, in Wauwil befindet sich ihr Atelier. Kein Wunder, ist die Zugerin viel unterwegs. Aber sie geniesst das künstlerische Leben in vollen Zügen.

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