Kunst am Zuger Hirschenplatz

Seit dem 8. April ist das Schaufenster am Hirschenplatz inmitten der Altstadt Zug ein temporärer Ausstellungsraum. Jeweils für zwei Monate präsentiert die städtische Fachstelle Kultur in den Schaufenstern Werke von Zuger Kunstschaffenden.

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(cro/pd) Zentral auf dem Hirschenplatz bespielt die Fachstelle Kultur seit April zwei grosse Schaufenster mit Werken von Zuger Künstlerinnen und Künstlern. Die Schaufenster bieten eine ideale Möglichkeit, Kunst im öffentlichen Raum zu zeigen und der lokalen Kunstszene eine etwas andere Plattform zu bieten. So heisst es in einer Medienmitteilung der Fachstelle Kultur. Die präsentierten Werke geben Einblick in Zuger Ateliers im In- und Ausland. Ziel sei es, Momente und Stimmungen aus den Atelieraufenthalten von Zuger Kunstschaffenden zu zeigen, schreibt die Verantwortliche Jacqueline Falk. Die Stadt Zug teilt unter anderem mit anderen Mitgliedern der Städtekonferenz Kultur (SKK) Ateliers in Genua, Kairo und Buenos Aires, welche Kunstschaffenden für drei- bis sechsmonatige Aufenthalte zur Verfügung gestellt werden.

Projekt «Clytemnestra»

Einen Besuch in Kairo bei der Zugerin Antonia Bisig, welche aktuell im ägyptischen SKK-Atelier weilt, nutzte Patricia Jacomella Bonola Anfang Jahr für ihre künstlerische Arbeit. Jacomella ist die zweite Künstlerin, die im Rahmen dieses Projekts die beiden Fenster mit ihrem Werk «Clytemnestra» gestaltet. Die multimedial arbeitende Jacomella ist 1952 in Genf geboren und lebt und arbeitet seit 1986 in Zug. Am Hirschenplatz hängt im linken Fenster ein roter Teppich, ergänzt durch ein Paar goldene Schuhe, während das rechte Fenster das Foto eines Gebetsteppichs zeigt, welches die Künstlerin in der Moschee von Sultan El-Naser Mohamed in Kairo aufgenommen hat.

Beide Teppiche beziehen sich auf zwei sehr unterschiedliche Realitäten und Werte, die Patricia Jacomella Bonola anhand der kontrastreichen Welten aufzeigt und somit die Aufmerksamkeit auf aktuelle und soziale Alltagsthemen lenkt. Clytemnestra heisst die Königin von Mykene, die bei der griechischen Tragödie von Aischylos zum ersten Mal den roten Teppich benutzte (zirka 400 v. Chr.).

Die Vernissage findet am Samstag, 29. Juni, um 12.30 Uhr statt. Anwesend ist auch die Künstlerin Patricia Jacomella Bonola. Im Vorfeld führt die Vermittlerin Karen Geyer kostenlos durch Kunstwerke im öffentlichen Raum. Treffpunkt ist um 11 Uhr bei der Bibliothek Zug.