KUNST: Das «Ship of Tolerance» darf doch bleiben

Während fünf Jahren steht das Ship of Tolerance nun im Brüggli. Die Stadt hat eine Einsprache zurückgezogen. Die Installation soll in dieser Zeit auch genutzt werden.

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Im Frühling soll das Schiff gefeiert werden. (Bild: Stefan Kaiser (23. Januar 2017))

Im Frühling soll das Schiff gefeiert werden. (Bild: Stefan Kaiser (23. Januar 2017))

Das Ship of Tolerance von Ilya und Emilia Kabakov kann während der nächsten fünf Jahre im Brüggli aufgestellt bleiben. Das teilt das Kunsthaus in einem Schreiben mit. Die Korporation Zug stellt das Grundstück dafür zur Verfügung. Der Stadtrat hat laut Angaben des Kunsthauses das Baugesuch Mitte Dezember gutgeheissen. Dies, nachdem im November eine Einsprache einer Privatperson aus der Nachbarschaft gegen das Projekt eingegangen war. «Die Einsprache wurde zurückgezogen, was uns natürlich sehr freut», sagt Raffaella Manferdini, Kommunikationsverantwortliche des Zuger Kunsthauses.

Im Frühling soll das Holzschiff mit den bunten Segelbildern an seinem neuen Standort mit einem Fest eingeweiht werden. Wann dies genau sein werde, weiss Manferdini noch nicht. «Sobald es etwas wärmer und trockener ist, werden wir das Schiff etwas auffrischen und einige kleinere Arbeiten daran vornehmen. Unter anderem müssen ein paar Segel ersetzt werden», sagt Manferdini. Für das Kunsthaus ist das Brüggli der ideale Standort: «Der Bezug zum See ist gegeben, Kunstinteressierte und Freizeitsuchende können stadtnah und doch mitten in der Natur das Schiff besuchen», so die Kommunikationsverantwortliche weiter.

Die Stadt Zug ist damit der erste Durchführungsort, an dem das Ship of Tolerance über die Projektdauer hinaus erhalten bleibt. Das Schiff soll in den warmen Monaten zwischen Mai und September geöffnet sein und der Öffentlichkeit als Schattenplatz und Treffpunkt zur Verfügung stehen. Ausserdem sollen gelegentlich kleinere Anlässe stattfinden. Inhaltliche Schwerpunkte der Veranstaltungen sollen auch weiterhin die Themen Toleranz und Respekt sein. Das Segel wird zu bestimmten Anlässen gehisst werden.

Projekt wird in Rom weitergeführt

Das Ship of Tolerance dient als Kunstinstallation, die Toleranz und Offenheit symbolisieren soll. Es wasserte im letzen Jahr vom 10. September bis zum 13. Oktober vor der Seeuferpromenade unterhalb der Zuger Rössliwiese. Das Segel des Kunstwerks besteht aus insgesamt 120 Bildern mit diversen Botschaften zum Thema Toleranz und Respekt. Gemalt wurden diese von Schulklassen aus öffentlichen und privaten Kindergärten, Primar- und Sekundarschulen, Berufsschulen sowie Deutschkursen aus dem Kanton Zug.

Der vom Zuger Künstler Remo Hegglin gedrehte Dokumentarfilm über das Ship-of-Tolerance-Projekt in Zug hat gemäss Angaben des Kunsthauses dazu beigetragen, dass das Projekt nun in Rom im April 2017 unter dem Patronat vatikanischer Institutionen realisiert wird. Dies habe Emilia Kabakov nach ihrem Besuch im Vatikan berichtet. Die Planungsarbeiten dazu seien bereits in vollem Gange. (st)