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In Hünenberg wird Zentralschweizer Kunst für die Toilette gezeigt

Gegenwärtig ist eine Ausstellung von Zentralschweizer Malerlehrlingen im Schulhaus Ehret B zu sehen. Sie gestalteten mit ihren Fertigkeiten einen unscheinbaren Alltagsgegenstand.

Raphael Biermayr
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Tiermotive sind häufig. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)
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Der Fantasie sind bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)
Die Lehrlinge wandten verschiedene Techniken an. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)
66 WC-Decken sind im Schulhaus Ehret B ausgestellt. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)
Rosen kommen auch auf der Toilette gut. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)
Auch das Mittelalter kommt vor. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)
Patriotisches ist auch zu sehen. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)
Der Uristier ist ebenfalls vertreten. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)

Tiermotive sind häufig. (Bild: Maria Schmid, Hünenberg, 26. März 2019)

Manche Namen klingen geheimnisvoll, andere kryptisch, wiederum andere lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: «Kackhaufen» etwa. Im Zusammenhang mit der aktuellen Ausstellung der Malerlehrlinge aus der Zentralschweiz darf man durchaus Fäkalausdrücke benutzen. Schliesslich bemalten die 66 Teilnehmer am diesjährigen Wettbewerb WC-Deckel. Diese sind bis zum Samstag im Schulhaus Ehret B in Hünenberg zu sehen (siehe Hinweis). «Das Ergebnis sind kreative und handwerklich anspruchsvolle Stücke, die jeden Besuch auf der Toilette zu einem inspirierenden Erlebnis machen», heisst es in einer Medienmitteilung, die im Auftrag des Innerschweizerischen Malerunternehmer-Verbands versandt wurde. Dessen Ausbildungszentrum befindet sich in Goldau.

Die Idee, diesen in der Regel eher diskreten Alltagsgegenstand mittels verschiedener Maltechniken künstlerisch zu gestalten, hat das Organisationskomitee (OK) ausersonnen, sagt Stefan Lemmel. Der Flüeler Maler ist Mitglied im OK. «Es geht darum zu zeigen, dass es im Alltag viele Einsatzmöglichkeiten für unseren Beruf gibt», führt er aus. So seien in den vorangegangenen sieben Jahren etwa auch schon Giesskannen bemalt worden.

Fachleute zeichnen die gelungensten Deckel aus

Die wichtigste Vorgabe für die Zweitjahrlehrlinge, die während der auftragsarmen Wintersaison rund drei Monate dafür Zeit hatten, lautet: Die Form des Objekts ist gegeben, darf also nicht verändert werden. Für die Lehrlinge geht es dabei nicht nur um eine Abwechslung zum Alltag. Am Samstagnachmittag werden die besten Arbeiten ausgezeichnet, festgelegt von einer siebenköpfigen Jury aus Branchenfachleuten. Sie werden im Schulhausfoyer eine breite Auswahl antreffen; was die Gestaltung, aber auch die Motive anbelangt: ein handgezeichneter Scherenschnitt im Appenzeller-Stil zum Beispiel, Lokalpatriotisches (der Uristier oder der Nidwaldner Schlüssel), aber auch Modernes wie einen erwähnten Haufen im Emoji-Stil, oder aber Logos von Sportvereinen wie dem FC Bayern München. Dass die Ausstellung in Hünenberg zu sehen ist, ist einem Turnus geschuldet. Der jährliche Wettbewerb wandert von einem der sechs Verbandskantone zum nächsten. Waren die Ausstellungen in anderen Jahren auch schon in Einkaufszentren zu sehen, ist sie diesmal in einem Schulhaus sozusagen an der Quelle für potenzielle neue Lehrlinge. Gemäss dem OK-Mitglied Stefan Lemmel ist die Zahl der Lehrlinge leicht rückläufig. Vielleicht lässt sich ja der eine oder andere Schüler durch Kunst für die Toilette für den Malerberuf begeistern.

Hinweis
Die Ausstellung ist bis und mit Samstag von 8 bis 11.45 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr zugänglich. Am Samstag findet um 13.30 Uhr die öffentliche Prämierung der besten Werke statt.