KUNSTHAUS: Die Turbulenzen nehmen kein Ende

Der Aderlass ?ist dramatisch. Nachdem vor Wochen Stiftungsräte wegen Querelen zurückgetreten sind, quittieren nun weitere Führungspersonen den Dienst.

Wolfgang Holz
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Der farbenfrohe Anstrich trügt: Hinter den Mauern des Kunsthauses mehren sich die Schatten - aufgrund neuer Querelen. (Bild: Stefan Kaiser)

Der farbenfrohe Anstrich trügt: Hinter den Mauern des Kunsthauses mehren sich die Schatten - aufgrund neuer Querelen. (Bild: Stefan Kaiser)

Der Scherbenhaufen im Zuger Kunsthaus wird immer grösser. Dieses Mal ist die Zuger Kunstgesellschaft betroffen, die für den Betrieb des Zuger Kunsthauses verantwortlich ist. «Zu unserem Bedauern ist Dr. Marcos Garcia Pedraza bereits nach einem Jahr als Präsident der Zuger Kunstgesellschaft auf Ende März 2014 vorzeitig zurückgetreten», teilt in der Vorstand der Zuger Kunstgesellschaft einer Pressemitteilung mit. In dieser Erklärung wird Garcia mit folgenden Worten zu seinem Rücktritt zitiert: «Es ist mir leider nicht gelungen, insbesondere hinsichtlich des Projekts ‹Neues Kunsthaus Zug›, die internen Kräfte im Kunsthaus Zug zu vereinen und die externen Kräfte aus der Politik zu überzeugen. Meine Strategie der Integration ist leider nicht aufgegangen.»

Nachfolger im Mai bestimmen

Zudem haben drei langjährige Vorstandsmitglieder ihren ordentlichen Rücktritt angekündigt. Die Kontinuität und Verlässlichkeit der Kunstgesellschaft sei mit Blick auf das «Neue Kunsthaus Zug» gewährleistet, heisst es in Mitteilung weiter. Bei der kommenden Generalversammlung Mitte Mai sollen deren Nachfolger bestimmt werden. Vergangenen Dezember waren bereits vier Stiftungsräte der Stiftung der Freunde Kunsthaus Zug zurückgetreten – aufgrund interner Querelen über die künftige Strategie fürs neue Kunsthaus Zug.

Unterm Strich liest sich dieser personelle Aderlass des Kunsthauspersonals dramatisch. Denn innerhalb weniger Wochen hat der Vorstand der Kunstgesellschaft und der Stiftungsrat Freunde Kunsthaus Zug praktisch sämtliche Mitglieder verloren. Geblieben sind ausser dem von der Stadt mandatierten Stiftungsrat, Zugs Stadtpräsident Dolfi Müller, nur die Vertreter der Familie Kamm – die ihre legendäre Sammlung der «Wiener Moderne» bekanntlich als Dauerleihgabe dem Zuger Kunsthaus zur Verfügung gestellt hat.