KUNSTHAUS: Gesucht: «Deus ex Machina»

Nach Irrungen und Wirrungen, nach Rücktritten und Streit traf sich am Dienstagabend die Zuger Kunstgesellschaft – nicht ohne Visionen.

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Kunsthausdirektor Matthias Haldemann. (Bild Wolfgang Holz)

Kunsthausdirektor Matthias Haldemann. (Bild Wolfgang Holz)

wh. Menschen in der Not rücken bekanntlich enger zusammen. Das war auch gestern Abend bei der Generalversammlung der Zuger Kunstversammlung so. Denn nicht alle der rund 70 erschienenen Mitglieder fanden einen Platz auf den Stühlen der Caféteria im Zuger Kunsthaus. Auf militärfarbenen Klappsitzen mussten einige der Besucher vorlieb nehmen. Und unter den schwarzweissen Verstrickungen des Koglerschen Tapetenmusters mutete es schon fast wie eine schicksalhafte Performance an, wie sich die Mitglieder der Zuger Kunstgesellschaft nach den Turbulenzen der letzten Monate zwischen Wundenlecken und Hoffnung auf die Zeichen einer neuen Zeit einzustellen versuchten. Sprich: Auf die Vision eines neuen Kunsthauses, dessen Zukunft so ungewiss geworden ist.

Bühnengott und Businessplan

Der Paukenschlag erfolgte dann – man spürte regelrecht, wie so mancher physisch und innerlich zusammenzuckte – als Thomas Held, einer der von Stadt und Kanton eingesetzten Krisenmanager zur Rettung des Kunsthauses, zum finalen Crescendo ausholte. «Die wichtigste Voraussetzung für die Realisierung eines neuen Kunsthauses ist neben einem Businessplan, dass die Kunstgesellschaft bis nach den Sommerferien eine Art Deus ex Machina findet, eine zusätzliche Kraft also, die als Persönlichkeit und Geldgeber auftritt.» Ohne diesen werde der Prozess für ein neues Kunsthaus nicht weitergehen können, machte Held deutlich.