Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ein Kunstwerk soll in Menzingen Wurzeln schlagen

Aus einer einheimischen Weisstanne hat Baumpflegespezialist Patrick Barmet eine Skulptur geschaffen. Das nur mit der Motorsäge gefertigte Objekt wurde gestern Abend auf dem Rathausplatz feierlich enthüllt.
Laura Sibold
Gekommen, um zu bleiben: Die Figur «Verwundern», die seit gesten in Menzingen dauerhaft zu sehen ist, wird hier vom Künstler Patrick Barmet spektakulär enthüllt. (Bild: Stefan Kaiser (14. Januar 2019))

Gekommen, um zu bleiben: Die Figur «Verwundern», die seit gesten in Menzingen dauerhaft zu sehen ist, wird hier vom Künstler Patrick Barmet spektakulär enthüllt. (Bild: Stefan Kaiser (14. Januar 2019))

Ein fünf Tonnen schwerer Wurzelstock, eine Motorsäge und drei Tage Zeit: Mehr brauchte der Menzinger Patrick Barmet nicht, um aus einer einheimischen Weisstanne ein sehenswertes Kunstwerk zu zaubern. Die Holzskulptur mit dem Namen «Verwundern» ist seit gestern auf dem Rathausplatz in Menzingen zu sehen und wurde mit Glühwein und einem kleinen Imbiss eingeweiht. Das spiralförmige Gebilde – eine sogenannte Helix – ist rund drei Meter hoch und hat vier Arme, die eine Holzkugel einschliessen.

Laut Gemeinderat soll Barmets Holzskulptur dauerhaft auf dem Platz zwischen Rathaus und Schulhaus zu sehen sein. «Ich freue mich sehr, dass wir aus einheimischem Holz mit Künstlern, die hier ihre Wurzeln haben, etwas präsentieren können», versichert die Menzinger Gemeinderätin Barbara Beck.

Knifflige Arbeit am grossen Wurzelstock

Barmets Figur ersetzt das Kunstobjekt «Gefängnistür» von Sepp von Rotz, welches rund 15 Jahre lang vor der Menzinger Gemeindeverwaltung stand. Erst habe man von Rotz’ Werk restaurieren wollen, sich dann aber im Gremium für ein neues Projekt entschieden, erklärt Beck. Im Rahmen der einheimischen Kulturförderung erhielt schliesslich Patrick Barmet den Auftrag. Der 29-Jährige führt seit einem Jahr die Barmet Baumpflege GmbH in Menzingen und fertigt auch Baumskulpturen an. Im Gebiet Sparen fand Patrick Barmet den idealen Baum für das Projekt, eine vom Sturm Burglind umgefegte Weisstanne.

Im Dezember begann der Baumkünstler mit seiner Arbeit. Er entfernte Rinde und Erdreste vom Baumstumpf und berechnete aufgrund einer Skizze die geplanten Schnitte. Nach grobem Einzeichnen einzelner Schnitte auf dem Holz begann die Arbeit mit der Motorsäge. «Die Details zur genauen Ausführung habe ich jeweils im Kopf. Da brauche ich keine Anleitung, sondern schneide alles weg, was nicht dazugehört.» Die Arbeit sei teilweise recht knifflig, besonders an den Ecken dürfe nicht zu viel weggeschnitten werden.

Eine Baumfigur zum Anfassen

Eine ähnliche Skulptur des Menzingers ist bereits seit über zwei Jahren am Zuger Lorzenweg auf Höhe der Tennisplätze in der Riedmatt zu sehen. Und auch in den Menzinger Wäldern können aufmerksame Spaziergänger zwei, drei Baumfiguren entdecken. Das Kunstwerk «Verwundern» soll auf dem Menzinger Rathausplatz bleiben, bis es verwittert, was laut Barmet etwa zehn Jahre dauert. «Ich wollte etwas machen, dass lange hält und auch angefasst werden darf», hält der 29-jährige Künstler fest. Die Figur sei stabil genug, dass Kinder auch darauf klettern können. Gemeinderätin Barbara Beck lobt das Kunstobjekt und bekräftigt, dass man vonseiten der Gemeinde auf weitere solche Projekte hoffe.

Neben Barmets Holzskulptur war am Montagabend auch die Lichtinstallation des Menzingers Mischa Kälin temporär zu sehen. Der kleine Baum mit LED-Lämpchen in den Ästen war bereits an der Feier von Kantonsratspräsidentin Monika Barmet in der Schützenmatt ausgestellt. Laut Gemeinderat soll auch dieses Werk in absehbarer Zeit einen fixen Platz in Menzingen erhalten und dort Wurzeln schlagen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.