Kurioser Saisonabschluss der Volleyballerinnen in Steinhausen

Der VBCS hat das sportlich unbedeutende letzte Heimspiel der NLB-Abstiegsrunde gegen Gerlafingen mit 3:0 gewonnen. Dennoch mussten sich Spielerinnen und Zuschauer in Geduld üben.

Claudia Lengacher
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Jubel bei den Steinhauserinnen Dijana Radulovic (7), Lea Portmann (verdeckt), Andrea Niederberger (1), Salina Brem (13) und Mirjana Blazevic (10) nach dem fünften Sieg in Folge. (Bild: Maria Schmid, Steinhausen, 16. März 2019)

Jubel bei den Steinhauserinnen Dijana Radulovic (7), Lea Portmann (verdeckt), Andrea Niederberger (1), Salina Brem (13) und Mirjana Blazevic (10) nach dem fünften Sieg in Folge. (Bild: Maria Schmid, Steinhausen, 16. März 2019)

Der VBC Steinhausen bestätigte dank eines 3:0-Erfolgs gegen Gerlafingen den bereits zuvor gesicherten Verbleib in der zweithöchsten Spielklasse. Die Gastgeberinnen im Sunnegrund starteten selbstbewusst und locker in das Spiel. Niederberger legte gleich zu Beginn eine überragende Serviceserie an den Tag – 7:0. Auch gegen die starken Angriffe hatten die Gäste keine Chance. Doch wie schon so oft, machten die Steinhauserinnen viele Punkte für beide Mannschaften. So war das Resultat von 25:21 weniger deutlich, als es die Kräfteverhältnisse waren.

Beim Spielstand von 1:1 im zweiten Durchgang kam es zur ersten technischen Panne an diesem langen Vorabend. Nach etwas Pause begannen die Spielerinnen sich warmzuhalten. Knapp zehn Minuten später ging es weiter. Dieser Unterbruch brachte die Steinhauserinnen komplett aus dem Konzept. Man hatte das Gefühl, die Spielerinnen hätten alles verlernt. Der Trainer Mustafic griff jedoch nicht in das Spiel ein, sondern liess es einfach geschehen. So kam es, dass der VBC Gerlafingen bereits nach kurzer Zeit deutlich in Führung lag.

Weitere Pannen

Nur wenige Punkte später kam es wieder zu einem technischen Problem, das aber nach kurzer Zeit behoben werden konnte. Der Tiefpunkt folgte beim Spielstand 12:4 für Gerlafingen: Steinhausens Niederberger ging zum Anschlag, obwohl Lisa Adler an der Reihe gewesen wäre. Dies blieb zunächst unbemerkt. Erst als zwei Punkte später wieder Gerlafingen am Service war, wurde den Steinhauserinnen bewusst, dass sie auf dem Feld durcheinandergekommen waren. Es wurde nach der Aufstellung gefragt und der Fehler wurde bemerkt.

So kam es zur zweiten grossen Verwirrung in diesem Spiel. Das Reglement wurde zu Rate gezogen, die beiden gespielten Punkte mussten rückgängig gemacht werden und das System stürzte ab. Wiederum kam es zu einem längeren Unterbruch. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt genau, was los war. Die Teams warteten irritiert, bis das Spiel wieder aufgenommen wurde. Diese zweite grosse Verwirrung brachte die Gastgeberinnen zurück in die Begegnung. Denn als das Spiel wiederum nach rund zehn Minuten weiterging, begannen sie Punkt um Punkt aufzuholen. Nach 21:21 gingen sie dann in Führung. Wieder in ihrem Element, brachten sie diesen zweiten Durchgang nach mehr als 45 Minuten erfolgreich zu Ende.

Aufgrund von Knieschmerzen musste Blazevic in der Folge das Spiel verlassen. Lisa Adler wechselte von der Mitte auf ihre Position als Aussenangreiferin. Zudem tauschte Trainer Mustafic die Zuspielerinnen aus, Lengacher kam nun ins Spiel. Es begann ein relativ ausgeglichener dritter Satz. Die Steinhauserinnen spielten wieder für beide Teams, denn von den Solothurnerinnen kam nicht viel. So machten die Steinhauserinnen viele Punkte und viele Fehler, während sie aber durchwegs mit zwei bis drei Punkten führten.

Auch ein Tennisball sorgt für Verwirrung

Da das Protokolliersystem nach dem zweiten Satz wiederum den Geist aufgegeben hatte, wurde gemeinsam entschieden, auf traditionelle Art und Weise festzuhalten: mit Stift und Papier. So sollte der weitere Spielverlauf eigentlich frei von Zwischenfällen bleiben. Doch dem war nicht so, denn plötzlich rollte aus heiterem Himmel ein Tennisball auf das Spielfeld. Dies Geschehen war nun nicht wirklich ein Problem, doch vervollständige es die Kuriositätenliste dieser Partie. Kurz darauf war diese dann auch vorbei. Die Steinhauserinnen gaben nochmals Vollgas und gewannen den dritten Satz mit 25:18.

Die verhältnismässig vielen Zuschauer – wegen des anschliessenden Saisonabschluss-Apéros waren mehr als üblich im Sunnegrund – wohnten einem unvergesslichen Spektakel bei. Das hatte weniger mit dem Spiel als mit den Umständen zu tun.

Mehr zur NLB-Abstiegsrunde gibt es hier.