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Kurz vor der Eröffnung: So sieht es im Ägeribad aus

Am 30. September wird der Millionenbau am Ägerisee eröffnet. Das Aussenbecken und das grosse Schwimmbecken sind bereits befüllt. Gastronomisch setzen sich die Verantwortlichen hausgemachten Herausforderungen aus.
Raphael Biermayr
Vom Aussenbecken geniesst man den Ausblick auf den Ägerisee. (Bilder: Werner Schelbret, 3. August 2018))
Ein Durchgang verbindet den Innen- mit dem Aussenbereich.
Das Multifunktionsbecken mit höhenverstellbarem Boden.
Das 25-Meter-Schwimmbecken.
Eine der Saunas im Wellnessbereich.
Auch der Aufenthalt im Wellnessbereich ist nicht zeitlich beschränkt.
Einer der Garderoben im Wellnessbereich.
Der Ägeribad-Geschäftsführer Stefan Schlatter freut sich, das Bad Ende September eröffnen zu können.
8 Bilder

Eindrücke aus dem Ägeribad

Wer sich in der Schweizer Wellnessbad-Landschaft etwas auskennt, der wird sich des Eindrucks nicht erwehren können: Das Ägeribad wirkt verhältnismässig klein. So würde das von den Verantwortlichen natürlich niemand sagen, vermutlich würden sie von einem «kompakten» Bad sprechen.

Wie auch immer: Der auf rund 36 Millionen Franken veranschlagte Bau am Oberägerer Lido ist schön, was nicht zuletzt der Lage zu verdanken ist. Es hat schon was, im Aussenbecken zu sitzen und den Blick über den See schweifen zu lassen. Das Becken ist bereits befüllt, Stefan Schlatter streckt seine Hand ins Wasser. «Doch – recht angenehm. Gestern hatte das Wasser erst 14 Grad», sagt der Geschäftsführer der das Bad betreibenden Ägeribad AG. Das klingt dieser Tage nach Wonne, für ein Ganzjahresbad aber nach Tortur. Bis auf das Kaltwasserbecken werden die verschiedenen Bassins 28 bis 34 Grad warm sein.

Auch das grosse Becken ist mittlerweile befüllt, es fasst über 1000 Kubikmeter Wasser, also über 1 Million Liter. Dieses stammt aus dem Ägerisee. Die Regenarmut der letzten Wochen habe keinen Einfluss auf den Einfluss, versichert Schlatter.

Der Steuerzahler ist mit im Boot

Der Geschäftsführer könnte mittlerweile wohl blind durch die Anlage führen. Nicht nur, weil er sich selbst vom Stand der Arbeiten überzeugt, sondern weil das Interesse der Bevölkerung gross sei und er schon einige Führungen gemacht habe. Es gab auch schon einen Tag der offenen Baustelle und etliche Medienberichte zum Bad.

Diese Transparenzoffensive ist nicht nur Werbemittel, sondern der Tatsache geschuldet, dass die Gemeinden Ober- und Unterägeri finanziell beteiligt sind: einerseits am Bau mit total 10 Millionen Franken, andererseits an den Folgekosten samt erwarteten Betriebsdefizits. Ab dem fünften Jahr, wenn der Erneuerungsfonds geäufnet wird, beträgt der voraussichtliche jährliche Beitrag beider Gemeinden nach heutigem Stand 1 745 000 Franken. Es liegt auf der Hand, dass diese Beteiligung im Vorfeld der Abstimmungen kontrovers diskutiert wurden.

Auch deshalb ist der eingangs erwähnte Eindruck der Überschaubarkeit des Bades wichtig. «Ein überdimensioniertes Projekt wäre vom Volk nicht goutiert worden», sagt Schlatter. Er bringt aus Luzern bereits Erfahrung im Bau und Betrieb eines Bads mit, wo er während zehn Jahren den «Fitnesspark Allmend» führte. Dass man als Besucher im Ägeribad unter Dichtestress leidet, ist unwahrscheinlich: Wegen feuerpolizeilicher Auflagen dürfen sich nicht mehr als 350 Personen gleichzeitig darin aufhalten.

Selbstbedienung im Restaurant

Weitere 100 Personen könnten aber auf der Restaurantterrasse Platz nehmen, sollte das Konzept von Thomas Mühlheim erfolgreich sein. Der Ägeribad-Wirt hat den von den Betreibern beabsichtigten Spagat zwischen zwei Anspruchsgruppen zu bewältigen: Badegästen und externen Besuchern – wobei es natürlich durchaus Überschneidungen geben kann. Im Servicebereich wird keine Unterscheidung gemacht, drinnen wie draussen herrscht Selbstbedienung.

Mühlheim, der früher unter anderem im Sarner Freibad «Seefeld-Park» angestellt war, setzt neben Klassikern wie Pouletknusperli auf frische Küche. Dazu gehört auch Fisch, der allerdings nicht in Sichtweite, sondern im Zugersee gefangen wird. Den kleinen Hunger sollen selbstgemachte Wähen und Kuchen stillen.

Auf der Getränkekarte würden neben Mineralwasser und Süssgetränken auch mehrere Biersorten stehen, teilweise aus Kleinbrauereien, sagt der Wirt. Beim Offenwein bürgt Mühlheim für «Qualität, wie direkt aus der 7,5-Deziliter-Flasche.» Zeit, sich davon zu überzeugen, ist genug. Das Restaurant hat eine Stunde länger geöffnet als das Bad, also montags bis und mit samstags bis 23 Uhr und sonntags bis 19 Uhr.

Apropos Zeit: Mit einem Eintritt kann man sich während der gesamten Öffnungszeit im Bad aufhalten. Das gilt auch für den Wellnessbereich. Dieser nimmt sich angesichts des ersten Eindrucks unerwartet geräumig aus. Er hat mehrere Saunas, eine davon ist Frauen vorbehalten. Auch ein Dampfbad darf nicht fehlen. Geht es nach Stefan Schlatter und seinen Mitarbeitern, soll dies der einzige Ort in und um das Ägeribad sein, wo Nebel herrscht.

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