Kurze Vorwarnzeit für die Zuger Mittelschüler: Sie müssen am 22. Juni wieder zur Schule

Die Zuger Mittelschulen kehren am Montag, 22. Juni, zum Präsenzunterricht in der Ganzklasse zurück. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden Lockerungstendenzen. Die Berufsschulen bleiben mehrheitlich beim Fernunterricht mit Ausnahme von einzelnen Bereichen, in denen die Klassengrösse und die Unterrichtsorganisation einen Präsenzunterricht erlauben.

Harry Ziegler
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Die kantonale Bildungsdirektion hat aufgrund der Lockerungstendenz beschlossen, dass die Kantonsschulen Zug und Menzingen sowie die Wirtschaftsmittelschule per Montag, 22. Juni, zum Präsenzunterricht im Ganzklassenmodus zurückkehren. Dies geht aus einer Medienmitteilung der Bildungsdirektion hervor. Die Fachmittelschule verfügt räumlich nicht über die gleichen Gegebenheiten, wird aber den Präsenzunterricht in angepasster Form (Halbklassen, Gruppen) weiter hochfahren.

Massgebend sind die Vorgaben «COVID-19 Grundprinzipien für den Präsenzunterricht an Bildungseinrichtungen der Sekundarstufe II, der Tertiärstufe und der Weiterbildung als Grundlage für die Ausarbeitung der Schutzkonzepte der Bildungseinrichtungen», Stand 8. Juni. Wo die 2 Meter Hygieneabstand (absehbar 1,5 Meter) unter Ausnutzung aller Möglichkeiten nicht eingehalten werden können, ist das Contact Tracing sicherzustellen. Die Schulen können diese Anforderung erfüllen.
Für den Schulweg sind die Eltern verantwortlich, das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Bundesamt für Verkehr (BAV) empfehlen dringend das Tragen von Masken, wo der Abstand im öffentlichen Verkehr nicht eingehalten werden kann.

Die Wiederaufnahme des Unterrichts lohnt sich

Die Bildungsdirektion reagiert laut Medienmitteilung mit diesem Schritt auf die anhaltenden Lockerungstendenzen im Zusammenhang mit den Coronamassnahmen. Neben der Lockerungstendenz sind zwei weitere Punkte für den Entscheid ursächlich: Die Zusage der Schulen, mit der Abstandsregel 1,5 Meter im Modus «Ganzklasse» öffnen zu können, sowie das sich schliessende Zeitfenster für eine sinnvolle Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts vor den Sommerferien. Für den Zuger Bildungsdirektor Landammann Stephan Schleiss ist klar, dass sich auch die gut zwei Wochen bis zum Ferienbeginn lohnen. «Es ist wertvoll für alle Beteiligten, wenn sie nach der langen Phase mit Fernunterricht nochmals gemeinsam lernen können, bevor es dann zuerst in die Sommerferien und später ins neue Schuljahr geht.»

Zwei Wochen seien aber das Minimum, damit sich das Hochfahren überhaupt noch lohne. «Deshalb werden auch an der FMS, wo die räumlichen Verhältnisse den Wechsel zu Präsenzunterricht in Ganzklassen nicht zulassen, die bisher schon vorgesehenen ‹Präsenz-Elemente› weiter ausgebaut», so Schleiss.

Finanziell hat die Öffnung der Mittelschulen gemäss Bildungsdirektor Schleiss kaum Auswirkungen. Die Kosten für den Lehrkörper bleiben in allen Varianten (Fernunterricht, Präsenzunterricht in Halb- oder Ganzklassen) gleich. Was aber abgewogen werden müsse, sei der pädagogische und organisatorische Aufwand mit dem entsprechenden Ertrag. «Hier war meine Linie immer klar: Im Halbklassen-Präsenzunterricht geht das nicht auf. Mit Halbklassen muss das Tempo reduziert werden, weil der Lehrer ja zwei Halbklassen sequenziell beschulen muss. Da fahren wir bei leistungsstarken und älteren Schülern im Fernunterricht entschieden besser», führt Stephan Schleiss aus.

Kurze Vorlaufzeit für Lehrer, Eltern und Schüler

Für den am Montag beginnenden Unterricht müssen sich alle Beteiligten sputen. Die Schulleitungen haben am Freitag, 19. Juni, ab 8 Uhr zuerst die Lehrpersonen und dann ab 9 Uhr die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern informiert. «Die Schulleitungen haben mir versichert, dass der Vorlauf reicht, um die organisatorischen Vorkehrungen zu treffen. Es ist eine Herausforderung, welche die Schulleitungen mit dem Ziel Präsenzunterricht sehr gerne annehmen», versichert Bildungsdirektor Stephan Schleiss.

Unterschiedliche Situation an den Berufsschulen

Für die Berufsschulen ändert eine allfällige weitere Lockerung der Abstandsregeln nichts an der Situation, die seit dem 8. Juni herrscht und noch bis zu den Sommerferien weitergeführt wird. Demnach findet der Präsenzunterricht in der beruflichen Grundbildung weiterhin nur dort statt, wo die Klassengrössen und die Unterrichtsorganisation es erlauben. Dies ist etwa in den Klassen der beruflichen Weiterbildung (Erwachsenenbildung), im Bereich der zweijährigen Attestausbildungen oder im Bereich Landwirtschaft der Fall. Im Bereich der Brückenangebote sowie Integrationsvorlehre wird ein angepasster Präsenzunterricht angeboten. Mehrheitlich findet jedoch noch Fernunterricht statt. Dadurch verursachen die Lernenden weniger Pendelverkehr über teils weite Distanzen und verbringen mehr Zeit in ihren Betrieben.

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