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Lachende Kinder machen ihn glücklich

Ohne sie würde die Ferienbetreuung der GGZ nicht funktionieren: Über insgesamt 400 Freiwillige begleiten die Kinder an die Ferienpass-Anlässe. Einer von ihnen ist Hashmi aus Pakistan, der erst seit kurzem in der Schweiz lebt.
Christopher Gilb
Begleiter Hashmi gibt einem Kind Tipps, wie es den Schläger richtig halten soll. (Bild: Stefan Kaiser (Holzhäusern, 25. Juli 2018))

Begleiter Hashmi gibt einem Kind Tipps, wie es den Schläger richtig halten soll. (Bild: Stefan Kaiser (Holzhäusern, 25. Juli 2018))

Golfpark Holzhäusern am Mittwochnachmittag: Eine Schar Ferienpasskinder sammelt erste Erfahrungen beim Golfspiel. Dabei ist auch der 29-jährige Hashmi aus Islamabad in Pakistan. Einige Kinder kennen ihn schon. «Er war auch beim Malen und auf dem Ponyhof dabei», sagt eine der Teilnehmerinnen. Er lächelt: «This Fuss hier», sagt er in einer Mischung aus Englisch und Schweizerdeutsch zu ihr. Er weiss schon ein bisschen, wie das Spiel geht, begleitet er doch in dieser Woche bereits zum zweiten Mal Kinder auf dem Golfplatz.

An diesem Nachmittag sind zwei Begleitpersonen bei der Gruppe. Während des Anlasses selbst haben sie für einmal nicht viel zu tun. Ein Golflehrer kümmert sich um die Kinder. Die Begleitpersonen haben aber eine andere wichtige Aufgabe: Sie haben die Kinder vom Treffpunkt, dem reformierten Kirchgemeindezentrum in Zug, abgeholt und bringen sie mit dem ÖV sicher dorthin zurück. Nur dank ihrem Engagement kann der GGZ-Ferienpass, die Ferienaktivitäten für Primarschulkinder, überhaupt funktionieren.

Umgang mit Menschen und Sprachpraxis sammeln

Insgesamt über 400 freiwillige Begleitpersonen werden jeweils für die Durchführung benötigt. Je nach Anlass gibt es für sie drei Aufgabenfelder. Die Wegbegleitung: Sie begleiten die Kinder zum Veranstalter und zurück. Die Hilfsbegleitung: Nebst der Begleitung werden die Freiwilligen, nach Anweisungen des Veranstalters, beim Anlass auch als Unterstützer eingesetzt. Und drittens die Hauptbegleitung: Die Gruppe wird an einen Veranstaltungsort, meist ausserhalb des Kantons Zug, begleitet – beispielsweise in den Zoo Zürich oder ins Technorama in Winterthur – und die Begleitpersonen übernehmen dort auch die Leitung der Gruppe.

Hashmi selbst, der am Ferienpass dieses Jahr schon die unterschiedlichsten Aufgaben übernommen hat, ist erst seit kurzem in der Schweiz. Vor einigen Monaten hat er in seiner Heimat Pakistan eine Schweizerin geheiratet, die er über einen Freund kennen gelernt hat. Beide teilen die Vorliebe für Pferde und das Polospiel. Er war in seiner Heimat als Veterinär für die Behandlung der Pferde von Polospielern zuständig, die Schweizerin wiederum suchte Rat, weil ihr Polopony lahmte. Sie waren sich sympathisch. Nun leben die beiden zusammen in Buonas. «Ich stamme aus einer grossen Familie», erzählt der Pakistani. Alleine Cousins und Cousinen habe er 50 Stück. «Und Kinder haben mich schon immer glücklich gemacht, wenn man sie anlächelt und sie dann in ihrer Aufrichtigkeit zurücklächeln, ist das etwas Wunderschönes.» Er lächelt über das ganze Gesicht, während er das sagt.

«Ich habe in diesen Tagen beim Ferienpass mehr Deutsch gesprochen als je zuvor.»

Hashmi, Begleitperson und Helfer aus Pakistan

In der Schweiz heisst seine erste Priorität nun: Deutsch lernen. Doch da bei seinem Sprachkurs gerade Sommerpause ist und er zudem den Kontakt zu Menschen schätzt, hat seine Frau ihn als Begleitperson beim Ferienpass angemeldet. Auch mit dem Ziel, dass er so Sprachhemmungen abzubauen lernt. Was bisher gut geklappt hat: «Ich habe in diesen Tagen beim Ferienpass mehr Deutsch gesprochen als je zuvor», erzählt Hashmi.

Besuch im Tierspital als Höhepunkt

Doch nicht nur beim Ferienpass engagiert er sich als Freiwilliger, auch macht er beim interkulturellen Dialog und den KISS-Zeitgutschriften mit und gibt zwei Kindern Mathematiknachhilfeunterricht. Bei kirchlichen Anlässen hat die Frohnatur zudem schon pakistanisches Essen gekocht. Doch gerade beim Ferienpass sei er aufgrund seiner noch nicht so guten Deutschkenntnisse besonders nervös gewesen, erinnert er sich: «Ich habe mir dann aber gesagt, irgendwie kann ich mich schon verständigen und schliesslich ist meine Hauptaufgabe ja auf die Kinder aufzupassen, und das ist keine Frage der Sprache.»

Insgesamt ist er nun an mehr als 20 Anlässen als Begleitperson dabei. «Das Schöne ist auch, dass ich hier Sachen lerne, die ich später mal mit meinen eigenen Kindern machen kann.» Er zeigt lächelnd auf den Golfplatz. Als Tierliebhaber werde ihm aber besonders der Besuch im Tierspital in Zürich in Erinnerung bleiben. Am Wochenende davor habe er extra mit seiner Frau für diesen Tag geübt, so dass er die Kinder zielstrebig durch den Zürcher Hauptbahnhof zur Tramhaltestelle habe führen können, erzählt er stolz.

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