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Lametta aus Laich im Zugersee

Der Fischerverein hat kürzlich Tannenbäume im Zugersee versenkt. Diese sollen dabei helfen, die Bestände von Egli und Hechten zu sichern. Auch überflutete Ufer würden dazu beitragen.
Raphael Biermayr
Gegen 70 Tannen werden im Zugersee versenkt. Bild: Roger Zbinden, Zug, 9.März 2019

Gegen 70 Tannen werden im Zugersee versenkt. Bild: Roger Zbinden, Zug, 9.März 2019

Worin besteht der Sinn, Tannenbäume im See zu versenken? Das fragte sich wohl mancher Spaziergänger am vergangenen Samstag, als er dem Treiben im und um den Hafen folgte. Dabei handelte es sich weder um einen Junggesellenabschiedsblödsinn noch eine Mafiaimitation, sondern um eine Massnahme des Fischervereins zugunsten der Bestände von Hecht und Egli im Zugersee. Gemäss dem Vereinspräsidenten Daniel Gloor bietet man diesen Fischarten damit nämlich die Möglichkeit, ihre Laichfäden an den Tannästen anzubringen. Mit Sand befüllte Jutesäcke sorgen dafür, dass die Bäume auf den Grund in 8 bis 10 Metern Tiefe sinken.

Dieses Jahr stammen die vom Förster frisch geschlagenen Tannen – es sind gegen 70 Stück – aus dem Steinhauserwald. Es handle sich gemäss Gloor um «Ausschuss», also um Bäume, die ihrer Grösse oder ihrer Form wegen nicht als Christbäume in Frage kommen. Sie werden nicht nur im Bereich des Hafens versenkt, sondern auch vor dem Theater Casino und dem alten Kantonsspital. Der Verein wird bei den Arbeiten vom Amt für Wald und Wild unterstützt und kann sich bei der Wahl der Plätze auf die Erfahrung des langjährigen Zuger Berufsfischers Emil Speck verlassen.

Erzielt das Versenken der Tannen tatsächlich den gewünschten Effekt? Im Fischerverein hat man sich diese Frage ebenfalls gestellt und Taucher mit Aufnahmen der Bäume am Seegrund beauftragt. Die Ergebnisse seien positiv: «Die Tannen waren voll mit Laichfäden», versichert Daniel Gloor. Die verschmähten Christbäume auf dem Grund des Zugersees tragen also Lametta aus Laich. Ob es dank dieser Massnahme, die auch andernorts in der Schweiz praktiziert wird, mehr Hechte und Egli gibt, kann Gloor nicht sagen. Es gehe darum, die Bestände zu sichern.

Der Fischerverein hofft auf Regen

Wichtiger für eine grössere Zahl von Hechten wären allerdings Hochwasser im Frühling. Wie die vergangenen Jahre gezeigt hätten, seien die Fangzahlen in der darauffolgenden Saison gestiegen. Dies, weil Laich und Jungfische in den überschwemmten Pflanzen in Ufernähe besser geschützt seien. Wie es bislang den Anschein macht, muss der Fischerverein sich wohl oder übel auf die Tannenbäume verlassen.

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