Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LANDISBAU: «Wir wollen noch sicherere Baustellen»

Das Zuger Bauunternehmen hat eine Massnahme ergriffen, um Mitarbeiter vor Unfällen zu schützen: Indem es täglich vor Augen führt, dass nichts passiert ist.
Wolfgang Holz
Mitarbeiter Maik Rukavina muss sich noch etwas gedulden: Nach 25 unfallfreien Tagen gibts ein Gratis-Znüni. (Bild Stefan Kaiser)

Mitarbeiter Maik Rukavina muss sich noch etwas gedulden: Nach 25 unfallfreien Tagen gibts ein Gratis-Znüni. (Bild Stefan Kaiser)

Die rot leuchtende Elf auf dem Schild an der Baustelle ist nicht zu übersehen. Die Zahl zeigt an, wie viele Tage lang sich auf der Baustelle von Landisbau in der Baarermatt schon kein Unfall ereignet hat. Daneben steht: Bei 25 unfallfreien Tagen gibts ein Baustellenznüni, bei 40 Tagen ein Baustellenzmittag. Ein Anreizsystem der besonderen Art.

«Wir wollen mit dieser Massnahme dafür Sorge tragen, dass wir noch sicherere Bedingungen auf unseren Baustellen schaffen», erklärt Franz Aebli, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Landisbau in Zug. Seit Anfang dieses Jahres operiere das Zuger Bauunternehmen, das rund 250 Mitarbeiter zählt, mit dieser Aktion, um das Bewusstsein der Mitarbeiter für die Arbeitssituation auf Baustellen weiter zu schärfen. «Denn man braucht immer wieder eine zusätzliche Motivation, um bei der alltäglichen Arbeit auf der Baustelle aufzupassen. Wichtig ist es, dass die Mitarbeiter nicht betriebsblind werden», so Aebli. Das Projekt sei im Zusammenhang mit der derzeitigen Suva-Kampagne zur Unfallverhütung auf Baustellen aufgegleist worden. Neben der Baarermatt sei das Schild mit den unfallfreien Tagen noch an drei anderen Baustellen sowie im Werkhof aufgestellt worden.

Bei Unfall: Anzeige zurückgestellt

«Für uns handelt es sich um einen Unfall, sobald Arztkosten entstehen – wenn beispielsweise ein Bauarbeiter sich so verletzt, dass er zum Arzt gehen muss, um sich eine Wunde nähen zu lassen», sagt Aebli. Wie neulich auf einer Baustelle geschehen. In diesem Fall werde die Unfallanzeige dann wieder auf null zurückgestellt. Wobei er darauf hinweist, dass der branchenübliche Durchschnitt in Sachen Unfallzahlen aller vergleichbaren Baufirmen der Schweiz, bezogen auf die Mitarbeiterzahl von Landisbau im letzten Jahr, 48 Unfälle ergebe. «Sprich: Alle sieben Kalendertage passiert rein statistisch gesehen ein Unfall auf einer unserer Baustellen», bekennt Aebli. Landisbau habe es aber in diesem Jahr schon geschafft, 27 Kalendertage lang unfallfrei zu bleiben. «Wir wollen einfach mit dieser Aktion erreichen, dass unsere Mitarbeiter besser Gefahren erkennen und am Abend wieder gesund nach Hause fahren können.» Zudem sollen laut Landisbau-Geschäftsführer längerfristig die Kosten gesenkt werden, die für jede Baufirma infolge eines Unfalls entstünden. Die Traditionsfirma, die vor allem in Zug baut, hatte fast genau vor einem Jahr den Todesfall eines Bauarbeiters zu beklagen. Dieser war bei Betonierungsarbeiten 5 Meter in die Tiefe gestürzt.

«Vermeiden kann man mit der Bekanntgabe der unfallfreien Tage keine Unfälle», sagt Serkan Isik, Mediensprecher der Suva in Luzern. Es zeige jedoch im positiven Sinne, dass die Arbeitssicherheit auf der Baustelle im Fokus stehe. Ähnliche Massnahmen gebe es auch bei anderen Bauunternehmern in der Region. «In der Regel sind es grosse Baufirmen.» Gemäss Suva gelten im Hochbau acht lebenswichtige Regeln, um Unfälle auf Baustellen zu verhindern. Dazu zählen das Absichern von Absturzkanten bei einer Höhe von 2 Metern und das Verschliessen von Bodenöffnungen. Kräne sollten vorschriftsmässig bedient werden. Gerüste müssten täglich kontrolliert werden. Zudem fordert die Suva, dass es sichere Zugänge zu allen Arbeitsplätzen auf der Baustelle gibt, dass Gräben und Baugruben ab einer Tiefe von 1,5 Metern gesichert werden. Last, but not least sollen selbstverständlich alle Bauarbeiter die persönliche Schutzausrüstung tragen. Stichwort Helm.

«Bei uns gibts sehr selten Unfälle»

«In den letzten Jahren ist in Sachen Sicherheit auf dem Bau sehr, sehr viel erreicht worden», sagt Herbert Ineichen, Bauunternehmer aus Baar. Er beschäftigt rund 150 Mitarbeiter in seiner Firma. «Mit so einem Zähler, der auf die unfallfreien Tage hinweist, kann man sicher die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter erhöhen.» Seine Firma verzichtet aber auf diese Massnahme. Man könne auch Infos in den Baracken aushängen oder regelmässige Sicherheitsrundgänge auf den Baustellen organisieren. Ineichen: «Bei uns gibt es sehr selten Unfälle.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.