LANDSCHAFTSSCHUTZ: Kein definitives Bauverbot für Gutsherr Vasella

Die Zuger Gemeinde Risch darf auch in Zukunft selber darüber entscheiden, was mit dem Gut Aabach passieren soll. Linke und grüne Kantonsräte haben mit einer Motion vergeblich versucht, der Gemeinde dieses Recht zu nehmen. Das hätte dem Gutsherr, dem Ex-Novartis-Chef Daniel Vasella, langfristig verunmöglicht, etwas Neues zu bauen.

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Das ist die luxuriöse Villa in Risch. (Bild: Wolfgang Holz/Neue ZZ)

Das ist die luxuriöse Villa in Risch. (Bild: Wolfgang Holz/Neue ZZ)

Seit März diesen Jahres ist Daniel Vasella Gutsherr: Nachdem Novartis auf ein Ausbildungszentrum direkt neben seiner Villa verzichtet hatte, sicherte sich Vasella das Land, auf dem das Projekt hätte stehen sollen. Dabei handelt es sich um 50‘000 Quadratmeter an bester Lage am Zugersee. Damit gehört Vasella nun das gesamte Gut Aabach.

Was er mit dem Gut plant, ist zwar nicht bekannt. Die Alternativ-Grüne-Fraktion, die SP und die GLP wollten aber präventiv alle neuen Projekte verhindern. Der Vorstoss hätte das Landstück im Richtplan definitiv als Landwirtschaftszone definiert.

Spezialzone weiter möglich

Zur Landwirtschaftszone gehört das Areal zwar bereits heute, obwohl es schon lange nicht mehr landwirtschaftlich sondern als Parkanlage genutzt wird. Doch die Gemeinde Risch hat die Möglichkeit, daraus eine Spezialzone zu machen. In einer Spezialzone sind Bauprojekte grundsätzlich möglich, wenn auch unter hohen Auflagen.

Auflage ist etwa, dass das Rischer Volk und der Zuger Regierungsrat einer solchen Zone zustimmen. Bisher passierte dies einmal: Im Jahr 2011 wurde das Gut zur Spezialzone erklärt, was das später abgeblasene Novartis-Zentrum überhaupt erst möglich machte.

Gut Aabach wieder Landwirtschaftszone

Nach dem Aus des Projektes wurde das Gut zwar wieder zu Landwirtschaftsland, es könnte aber erneut zu einer Spezialzone erklärt werden. Dies wird der Gemeinde Risch nun auch in Zukunft nicht verboten: Die von Links-Grün verlangte, definitive Einzonung als Landwirtschaftsland lehnte der Kantonsrat mit 46 zu 14 Stimmen deutlich ab.

Auch der Regierungsrat wollte von einem definitiven Verbot von Spezialzonen nichts wissen. Man dürfe künftigen Generationen nicht die Möglichkeit nehmen, etwas mit diesem Gut zu machen, sagte Baudirektor Heinz Tännler (SVP). Und vielleicht werde es ja auch irgendwann für die Öffentlichkeit zugänglich.

Das Gut Aabach wurde 1929 angelegt und umfasst Herrschaftshaus sowie mehrere Gebäude für Angestellte, einen Bauernhof und eine grosszügige Parkanlage.

sda