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LANDWIRTSCHAFT: Die Ernte ist weit besser als erwartet

Sowohl die Qualität wie auch die Menge des Getreides erfreuen derzeit die Bauern im Kanton. Etwas anders sieht die Lage nach wie vor beim Obst aus.
Samantha Taylor
Markus Zürcher, Betriebsleiter der Landi Hünenberg, ist zufrieden mit der Getreideernte. (Bild: Maxine Büschi (Hünenberg, 26. Juli 2017))

Markus Zürcher, Betriebsleiter der Landi Hünenberg, ist zufrieden mit der Getreideernte. (Bild: Maxine Büschi (Hünenberg, 26. Juli 2017))

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Die Zuger Landwirte atmen auf – zumindest jene, die Getreide anbauen. Für sie gab es in den vergangenen Tagen eine schöne Überraschung. Die Ernte fiel weit besser aus als erwartet. Noch im Frühjahr, als Ende April überraschend viel und vor allem schwerer Schnee fiel, der Felder bedeckte und Pflanzen knickte, war der Blick in die Zukunft pessimistisch. Von erheblichen Verlusten und Ernteausfällen war die Rede. Inzwischen ist im Kanton laut Markus Zürcher, Betriebsleiter der Landi Hünenberg, ein Grossteil der Flächen abgeerntet. «Rund 85 Prozent der Ernten sind eingefahren. Einzig in den höheren Lagen, also in Menzingen, Neuheim, im Ägerital sowie in der Region Albis/Hirzel, stehen noch Felder», sagt Zürcher.

Der Betriebsleiter weiss das so genau, weil der Grossteil des Getreides, das im Kanton geerntet wird, in die Landi Hünenberg gelangt. Das Futtergetreide wird dort verarbeitet. Mahlgetreide wie Weizen und Dinkel sowie Ölsaaten wie Raps werden von Hünenberg aus weiterverkauft. Erhalten hat die Hünenberger Landi zusammen mit ihrer Partnersammelstelle in Beinwil im Freiamt in den letzten Tagen rund 2500 Tonnen Futtergetreide und noch mal so viel Mahlgetreide. Das ist laut Zürcher quantitativ ein sehr gutes Ergebnis. «Vor allem beim Raps haben wir nach dem späten Schnee mit grossen Einbussen gerechnet.» Viele Felder hätten aber nach dem Schnee ein zweites Mal geblüht. «Dadurch hat sich der Reifeprozess des Raps zwar verzögert. Es konnte jedoch einiges vom Ertrag gerettet werden, und es gibt nur leichte Einbussen.»

Grosse Ernte innert kurzer Zeit

Und nicht nur die Menge des eingebrachten Getreides ist erfreulich, auch die Qualität kann sich sehen lassen. «Bei der Gerste gibt es teilweise Top-Erträge sowie gute Qualität. Auch beim Weizen ist die Qualität grösstenteils gut bis sehr gut», sagt Roman Bircher. Er ist Inhaber eines Lohnunternehmens in Hagendorn. Seine Maschinen sind bei beinahe allen Ernten im Kanton im Einsatz. Vor allem in der vergangenen Woche sei viel gearbeitet worden. «Wir waren vom Samstag, 15. Juli, bis am letzten Donnerstag unterwegs. Innert relativ kurzer Zeit musste eigentlich alles geerntet werden, weil wir wussten, dass das Wetter danach umschlägt.» Über den Ertrag, der in diesen Tagen eingefahren werden konnte, sei so mancher Landwirt überrascht gewesen. «Es gab viele, die eine grössere Menge und bessere Qualitäten ernten konnten als erwartet», sagt Bircher.

Das wirkt sich auch auf die Einnahmen aus. So erhalten Landwirte für 100 Kilogramm Futtergerste 34.50 Franken. Für 100 Kilogramm Mahlweizen mit Top-Qualität gilt ein Richtpreis von 52 Franken, für Mahlweizen der Klasse 1 liegt der Richtpreis etwas tiefer bei 50 Franken, und für 100 Kilogramm Raps erhält ein Landwirt rund 77 Franken. «Wie viel die Landwirte beim Weizen und Raps effektiv erhalten, erfahren sie erst, wenn die Ernten in den Mühlen beziehungsweise den Ölwerken verarbeitet worden sind. Dann gibt es detailliertere Angaben zum Verkaufsergebnis», sagt Zürcher.

Nächste Woche wird wieder gedroschen

Der Regen der vergangenen Tage sollte der Qualität der Pflanzen, die derzeit noch auf den Feldern stehen, keinen Abbruch tun. «Wie die Pflanze auf den Regen reagiert, hängt grundsätzlich von ihrem Reifegrad ab», sagt Markus Zürcher. Die grösste Gefahr, die derzeit bestehe, sei, dass das Getreide auswachse. Das heisst, das Korn fängt an zu keimen und verliert so die Backfähigkeit. Zu lange nasse Perioden führen ausserdem dazu, dass mit der Ernte noch abgewartet werden muss, damit das Getreide auf dem Feld trocknen und dann gedroschen werden kann. Aktuell ist die Situation laut Zürcher aber noch nicht prekär, und auch Bircher bestätigt: «Wir gehen davon aus, dass wir die übrigen Felder im Kanton nächste Woche noch abernten können.»

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