LANDWIRTSCHAFTSLAND: Multipliziere: Den Ist-Zustand mal vier

Die Regierung lässt eine heilige Kuh schlachten – diese hat aber nicht vier Beine. Es geht um den Landpreis für Zwecke des Kantons.

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Abstimmung über die Umfahrung im März letzten Jahres: Da waren nicht nur die Landpreise umstritten. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Abstimmung über die Umfahrung im März letzten Jahres: Da waren nicht nur die Landpreise umstritten. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

«Die Umfahrung Cham-Hünenberg wird etwa 8 Millionen Franken teurer.» Dies räumt Baudirektor Heinz Tännler ein. Der Grund ist die Erhöhung des Quadratmeterpreises von bisher 20 auf 80 Franken, wenn der Kanton Landwirtschaftsland für Strassen und andere Infrastrukturaufgaben kaufen muss.

Die Regierung hat nämlich der Motion des Chamer CVP-Kantonsrats Thomas Rickenbacher nachgegeben: Der Vorstoss, den fast ein Drittel des Parlaments mitunterzeichnet hatte, soll erheblich erklärt werden.

«Ein gesamtschweizerisches Novum»
Bisher hatte die Regierung eisern an den 20 Franken pro Quadratmeter festgehalten, wenn er Land freihändig für Infrastrukturaufgaben kaufte – ein Wert, der seit 1992 galt. Die Baudirektion musste versuchen, diesen Preis dem Verkäufer schmackhaft machen, obwohl schon dieser Preis über dem schweizerischen Durchschnitt liegt. «Der neue Vorschlag ist gesamtschweizerisch ein Novum», räumt Tännler ein.

Für den Baudirektor ist dies «ein politischer Entscheid». Das heisst: Der Regierungsrat habe sich «dem Gedanken nicht verschliessen können, dass ein Landwirt bei einem Stück Land, das er für Wohnbauzwecke verkaufte, das 50-Fache als Erlös buchen konnte».

Der Kanton müsse für die Forderungen der Grundeigentümer Verständnis haben. Und: «Die Diskrepanz zwischen dem Preis für Landwirtschaftsland und Bauland ist zu gross, als dass dieser noch verhältnismässig wäre.» Natürlich sei Landwirtschaftsland kein Bauland und im Preis nicht gleich zu bewerten. «Eine Milderung der grossen Preisunterschiede ist jedoch gerechtfertigt.»

Karl Etter

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Zuger Zeitung.