Lange bewusstlos in Wohnung gelegen

Ein vereinsamter Mann ist in seiner Wohnung im Kanton Zug beinahe gestorben, ohne dass es jemand gemerkt hätte. Er verfügte über kein soziales Netzwerk. Mit Glück konnte er von der Polizei gerettet werden.

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Ein übervoller Briefkasten kann ein warnender Hinweis sein. (Bild: Archiv Neue LZ)

Ein übervoller Briefkasten kann ein warnender Hinweis sein. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die Zuger Polizei wurde durch den Makler auf den vereinsamten Mann aufmerksam. Der Makler meldete sich am Dienstagnachmittag bei der Zuger Polizei. Er gab an, dass er seit über einem Monat den Mieter seines Hauses in einer Zuger Gemeinde nicht erreicht habe. Der Briefkasten quelle über und in die Wohnung gelange er nicht, da ein Schlüssel von Innen stecke.

Kaum soziale Kontakte
Die Zuger Polizei rückte daraufhin aus und drang in die Wohnung ein. Der Bewohner lag reglos vor dem eingeschalteten Fernseher. Ein hinzugezogener Arzt übernahm schnell die Betreuung des Mannes. Schliesslich wurde der Mann in Spitalpflege gebracht. Später stellte sich heraus, dass der Mittvierziger seit einiger Zeit arbeitslos und krank ist. Der Franzose verfügt kaum über soziale Beziehungen und hielt sich schon seit Wochen in der Wohnung auf. Hätte die Polizei ihn nicht gefunden, wäre der Mann wahrscheinlich in den nächsten Tagen gestorben.

Polizei ruft zu Nachbarschaftspflege auf
Die Zuger Polizei ruft daher die Zugerinnen und Zuger zur Nachbarschaftspflege auf. Ausbleibende Lebenszeichen, ein seit geraumer Zeit unbewegtes Auto oder eben ein seit Wochen nicht mehr geleerter Briefkasten können Alarmzeichen sein. Man solle sich hin und wieder beim Nachbarn melden und schauen, ob alles in Ordnung ist. Eine wachsame Nachbarschaft biete zudem weitere Vorteile wie zum Beispiel einen effizienten Schutz gegen Einbrecher, wie die Zuger Polizei in einer Medienmitteilung schreibt.

pd/das