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Langes Ringen um die Studenhütte in Oberägeri

Nach einer intensiven Debatte und einer geheimen Abstimmung steht fest: In der Hütte auf dem Seeplatz wird ein Sommerrestaurant entstehen. Der Segel-Club muss mit dem Entscheid der Gemeindeversammlung eine grosse Niederlage einstecken.
Rahel Hug
Im Clublokal des Segel-Clubs wird ein öffentliches Sommerrestaurant entstehen. Bild: Werner Schelbert (Oberägeri, 8. Juni 2018)

Im Clublokal des Segel-Clubs wird ein öffentliches Sommerrestaurant entstehen. Bild: Werner Schelbert (Oberägeri, 8. Juni 2018)

Grossandrang in der Maienmatt: 388 Stimmberechtigte haben am Montagabend die Oberägerer Gemeindeversammlung besucht. Besonders das Traktandum 7 bewegte die Bevölkerung: Die Abstimmung über die künftige Nutzung der Studenhütte auf dem Seeplatz. Vertreter des Segel-Clubs Aegeri brachten sogar Transparente mit. Der Verein hatte im Vorfeld bekannt gegeben, dass mit der Lösung «Sommerrestaurant im Clublokal» die Auflösung des Clubs drohe.

Ob sich der Verein nun tatsächlich auflösen wird, ist offen. Klar ist jedoch, dass der Segel-Club eine Niederlage einstecken musste: Nach einer geheimen Abstimmung (aufgrund eines Antrags von Beat Strebel von der FDP) stand fest: Die Bevölkerung will ein Sommerrestaurant am See. In der Gegenüberstellung beider Vorschläge votierten 216 für die Variante Restaurant, 164 für den Kiosk.

Das Clublokal als Herzstück des Vereins

Der Abstimmung ging eine intensive Diskussion voraus. Der Gemeinderat und der Segel-Club sprachen sich für die Variante Kioskeinbau aus. «Es wäre doch traurig, wenn die Gemeinde einem gut funktionierenden Verein die Lebensader abklemmen würde», sagte Kuno Birrer vom Segel-Club, nachdem er den 1973 gegründeten Verein mit einer kurzen Präsentation vorgestellt hatte. Das Clublokal sei das Herzstück des Vereins, viel Fronarbeit sei dafür geleistet worden.

«Den Segel-Club in allen Ehren, aber ein Kiosk für eine halbe Million Franken wäre wohl der teuerste Kiosk in Mitteleuropa», votierte der Feuerwehrkommandant Alois Rogenmoser für die Variante Sommerrestaurant. Man wolle keine Zweiklassengesellschaft, der schöne Platz am See solle allen zu Gute kommen. Er verlangte, jene Passage zu streichen, dass der Segel-Club an einem Tag pro Woche sowie an seinen Veranstaltungswochenenden die Infrastruktur und den Restaurantbereich nutzen könne. Mit Erfolg: Der Antrag wurde deutlich angenommen.

Auch die FDP sprach sich für ein Sommerrestaurant aus. Dies sei eine «zukunftsträchtige Investition», so Beat Strebel. Philipp Röllin vom Forum gab hingegen zu bedenken, dass eine Doppelnutzung heikel sei. «Und ein Kioskeinbau garantiert am ehesten einen Fortbestand des Sunneschmatz.» Die Vertreterin der GLP, Annette Rubach, sprach sich dafür aus, beide Varianten abzulehnen und ein komplett neues Projekt zu erarbeiten.

Die CVP-Kantonsrätin Laura Dittli wollte vom Gemeinderat wissen, ob er versucht habe, für eine Fahrnisbaute am See ein Baugesuch beim Kanton einzureichen. Eine solche Baute ist nämlich der bestehende und unbestrittene «Sunneschmatz». «Ich bin für beide Varianten nicht Feuer und Flamme», so Dittli. Der Bauvorsteher Peter Staub entgegnete: «Wir haben nicht umsonst drei Jahre lang eine Lösung gesucht.» Die Signale des Kantons seien klar: Eine temporäre Baute in der Seeuferschutzzone werde nicht bewilligt.

Toiletten werden auf Vordermann gebracht

Einig waren sich die Anwesenden in einem Punkt. Einem Antrag von Herbert Iten, dem stellvertretenden Werkhof-Chef, wurde deutlich zugestimmt: Der Investitionsbetrag für das Projekt wird um 50 000 Franken erhöht, um die öffentlichen Toiletten in der Studenhütte auf Vordermann zu bringen.

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