LESERBRIEF

«Längwiiligi Ziite»

Zur aktuellen Situation

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«Niene isch Chilbi u niene isch Tanz, deheime ums Hus um versuret me ganz. I ha mer scho mängisch der Chopf fasch verheit, was ächt no wär z’mache, dass Zyt umegeit. Wär gwanet isch z’gumpe und z’tanze, o je, däm düe halt die Süche-Verordnige weh. E jede muess säge, churzwiligs isch’s nit. No bsunders für ledigi, lustigi Lüt. Grad äbe der Sunndig wird eim eso läng, s’Furtgoh isch verbote, u nämlech no sträng. Gsiech eim deno öpper, o weisch de häts gfählt, do müesst me schwär buesse – u-ni ha kes Gäld! Drumm blieb i doheime. I schicke mi dry, u hoffe dä Jammer gang öppe verby. I bi jo nid einzig, s’trifft anderi o, s’isch ume es gwane. – Mi zahmet de scho!» Dieses Mundart-Gedicht mit dem Titel «Längwiiligi Ziite» von Lina Wisler-Beck wurde verfasst, als vor 100 Jahren (1918 bis 1920) die Spanische Grippe weltweit, so auch in der Schweiz wütete. Das Gedicht passt doch auch zur aktuellen Situation und mag sicher dem einen oder der anderen aus dem Herzen sprechen.

Tony Amrein, Edlibach