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Kolumne

«Seitenblick»: Lasset den Vogel daheim

Redaktorin Andrea Muff schreibt in der Kolumne Seitenblick über ungewöhnliche Feriengäste auf dem Campingplatz.
Andrea Muff

Seit ich denken kann, habe ich die Sommerferien auf Campingplätzen verbracht. Dort konnten wir Kinder uns austoben, mussten nicht schick zurechtgemacht zum Abendessen erscheinen. Wir durften den ganzen Tag barfuss laufen, denn wenn die Sandkörner zwischen den Zehen hängen blieben, waren diese schlussendlich in unserem eigenen Schlafsack. Auch das beinahe legendäre «Puff» im Zelt von meiner Cousine und mir störte die Erwachsenen in keinster Weise – im Gegensatz zur Unordnung in meinem Zimmer zu Hause.

Aber zurück zum Campingplatz: Ich bin es also gewohnt, dass man von seinen Platznachbarn viel mitbekommt. Zelt- und Wohnwagenwände sind dünn. Zudem wird die Beobachtungsgabe geschärft: Ein ungeübtes Zeltaufbauen kann schnell zur Attraktion einer ganzen «Strasse» werden.

Während meiner diesjährigen Campingferien habe ich aber etwas beobachten können, das ich so noch nie gesehen habe. Ein junges Pärchen parkierte sein Wohnmobil gegenüber von unserem Platz. Richtete sich ein: drei Stühle, ein Tisch. So weit, so gut.

Später am Tag sprach die junge Frau mit jemandem, den wir nicht sehen konnten, da er oder sie auf dem uns abgewandten Stuhl «sass». Sie benutzte eine Art Babysprache (in Holländisch). Für uns war der Fall klar: Ein Junges Pärchen mit einem Baby macht Ferien auf dem Campingplatz.

Doch so einfach der Fall auf den ersten Blick schien, er war noch nicht gelöst. Denn auf dem Rückweg von einem WC-Gang entdeckte ich, dass es sich hier gar nicht um ein Kleinkind handelt. Nein, es war ein Vogel. Und ja, er «sass» in seinem Käfig auf dem Stuhl am Esstisch. Eine Premiere für mich. Sein Herrchen hatte auch einen Korb für den Vogel an seinem Velo, so musste er nie alleine auf Tour gehen. Aber was machte der Vogel auf dem Campingplatz? Er verleitete uns zu zahlreichen Vogel-Witzen und -Wortspielen.

Ich gebe ja zu, einen kleinen (je nach dem, wen man fragt, einen mittleren bis grösseren) Vogel habe ich auch. Und auch ich spreche mit meinem Haustier, jedoch lasse ich es während meiner Ferien daheim. Schliesslich hat Kater Päuli ein paar freie Tage verdient.

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