Kolumne «Die junge Sicht»
Lasst die Jungen ihre Public Viewings durchführen

Der Jungfreisinnige Jannis Pfiffner schreibt über den Umgang mit der Fussball-WM in Katar in Zürich.

Jannis Pfiffner, Vorstandsmitglied Jungfreisinnige Zug
Jannis Pfiffner, Vorstandsmitglied Jungfreisinnige Zug
Drucken
Junge Fans verfolgen beim Public Viewing in Baar die EM-Partie zwischen der Schweiz und Rumänien im Jahr 2016.

Junge Fans verfolgen beim Public Viewing in Baar die EM-Partie zwischen der Schweiz und Rumänien im Jahr 2016.

Bild: Stefan Kaiser

Seit dem vergangenen Sonntag rollt der Ball in Katar. Über die nächsten vier Wochen wird auf der katarischen Halbinsel Fussball gespielt. Die Weltmeisterschaft wird in acht unterschiedlichen Stadien ausgetragen. Der Wüstenstaat besitzt gerade einmal 6000 lizenzierte Fussballspieler. Zum Vergleich: Die Schweiz hat deren 270'000. Gerechnet auf die Bevölkerung sind das in der Schweiz 15-mal mehr.

Jannis Pfiffner.

Jannis Pfiffner.

Ja

Die Fifa hat eine Verantwortung gegenüber der gesamten Welt. Der Fussball gilt allgemein als Weltsport und wird auf der ganzen Welt zelebriert, in manchen Ländern mehr, in manchen Ländern weniger. Sport verbindet, der Fussball verbindet die ganze Welt.

Ein Auftrag der Fifa lautet: «Jedes noch so kleine Land soll Teil des Fussballs sein.» Doch mit der Vergabe dieser Weltmeisterschaft hat es die Fifa, schön gesagt, zu gut gemeint. Der einstige Präsident Sepp nannte die Vergabe einen Fehler.

Wahrhaftig war es ein Fehler, ein grosser noch dazu. Denn die Weltmeisterschaft war im Sommer vorgesehen, musste jedoch aufgrund der unerträglichen Hitze in den Winter verlegt werden. Jedes einzelne der acht Stadien wurde neu erbaut oder erweitert. Die Infrastruktur fehlte, also wurden kurzerhand ein neuer Flughafen, Hotels, Strassen, Unterhaltungszentren, ein öffentliches Verkehrsnetz wie auch Strassen und Brücken errichtet.

Auch beim Fanpotenzial gibt es Staaten, die dem Anspruch einer Weltmeisterschaft gerechter zukommen. Und trotzdem wurde dieses Land durch die Fifa als Gastgeber bestimmt.

Doch die Fifa hat aus ihren Fehlern gelernt. Die nächste Fussball-Weltmeisterschaft wird 2026 in den Vereinigten Staaten von Amerika, Mexiko und Kanada stattfinden. Ein perfekter Austragungsort aus folgenden Gründen. Vor Ort stehen bereits riesige Stadien und sie werden auch nach der Weltmeisterschaft weiter genutzt werden.

Auch an der Infrastruktur mangelt es nicht. Doch noch viel wichtiger ist, dass der Fussball in Nordamerika noch nicht so richtig angekommen ist. Austragungsort, bestehende Infrastruktur und das Fanpotenzial werden diese Weltmeisterschaft auf den Olymp der Weltmeisterschaften hieven. Sie wird die perfekte WM sein.

Doch zurück zum Heute, zurück in die Schweiz und zurück nach Zürich. Der Stadt, in der Katar im Jahr 2010 als Veranstalter ernannt wurde. Denn der vierte Tag vor der Weltmeisterschaft sollte im Zürcher Stadtparlament als Tag der Schande eingehen. Die Alternativen reichten ein Postulat ein, dass das Veranstalten von Public Viewings verbieten soll. In einer Stadt, die nicht mehr von bürgerlicher Politik bestimmt ist, ist das anscheinend kein Problem.

Also wurde kurzerhand entschieden, dass Public Viewings in der Stadt Zürich verboten werden sollten. Auch wenn es nur eine Veranstaltung betrifft, ist das weder sachliche Politik noch Politik, die uns oder die Arbeiter in Katar weiterbringt.

Sie ist nicht nur unmoralisch und einschränkend, sondern auch gefährlich. Es ist schlicht und einfach linke Verbotspolitik. Verbote ohne jeglichen Nutzen.

Deshalb bin ich froh, in der schönen Stadt Zug zu wohnen und mich bei den Spielen der Schweizer Nationalmannschaft an einem Public Viewing amüsieren zu können.

Der Appell an dieser Stelle: Lasst die Jungen ihre Public Viewings durchführen.

In der Kolumne «Die junge Sicht» äussern sich Mitglieder der Zuger Jungparteien zu frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion der «Zuger Zeitung» übereinstimmen.