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In Baar von Gebäude zu Gebäude laufen und sich in Geschichte weiterbilden

Der Zuger Heimatschutz bietet in diesem Jahr drei Rundgänge durch Zuger Gemeinden an. Der Fokus liegt auf Bauten, über deren Ursprünge viele Zeitgenossen kaum noch etwas wissen. Basis ist ein Faltblatt, das alles Wissenswerte zu speziellen Bauten enthält.
Dorotea Bitterli
Meinrad Huser (links) vom Zuger Heimatschutz und Brigitte Moser schauen in den Leporello zum Kulturerbejahr. Brigitte Moser hat den Architekturführer mit Inhalt gefüllt. Es gibt insgesamt Führungen durch drei Gemeinden. (Bild: Roger Zbinden, Baar, 26. Mai 2018)

Meinrad Huser (links) vom Zuger Heimatschutz und Brigitte Moser schauen in den Leporello zum Kulturerbejahr. Brigitte Moser hat den Architekturführer mit Inhalt gefüllt. Es gibt insgesamt Führungen durch drei Gemeinden. (Bild: Roger Zbinden, Baar, 26. Mai 2018)

Das Bundesamt für Kultur hat 2018 als «Kulturerbejahr» ausgerufen. Kulturerbe, das ist «die Gesamtheit der menschlichen Kulturgüter, facettenreich und farbig». Der Schweizer Heimatschutz und seine Sektionen setzen sich deshalb in diesem Jahr ganz besonders dafür ein, das Kulturerbe dem Publikum auf vielfältige Art und Weise nahe zu bringen.

Auch der Zuger Heimatschutz wartet mit einem attraktiven Programm auf, in welchem wichtige historische Gebäude und deren Geschichte im Zentrum stehen und dem interessierten Publikum sinnlich und sinnenfällig nahegebracht werden sollen: «Baukultur entdecken 2018». Bauten, Ensembles, Strassenzüge und Quartiere, die wie selbstverständlich zu existieren scheinen, sollen bewusst wiederentdeckt und als architektonischer Ausdruck eigener und kollektiver Geschichte wahrgenommen werden.

Ein Faltblatt steht am Anfang jeder Führung

Im Verlauf des Sommers werden drei «genussvolle Rundgänge» angeboten: durch Baar, Menzingen und Zug – stellvertretend für alle Gemeinden im Kanton. Unter exklusiver Führung sollen sie bewusst alle Sinne ansprechen. Angekündigt und begleitet werden sie durch eine dreiteilige, von der Grafikerin Caroline Lötscher gestaltete Plakatserie. Grundlage für die drei Rundgänge aber ist das neue Faltblatt «Zug-Baar-Menzingen. Architekturgeschichten und Ortsbilder im 19. und frühen 20. Jahrhunderts», das von der Kunsthistorikerin Brigitte Moser und der Fotografin Regine Giesecke in Text und Bild gestaltet wurde.

In der Brauerei Baar fand am vergangenen Samstag die Vernissage dazu statt. Gleichzeitig war an diesem Nachmittag der erste Rundgang geplant – derjenige durch Baar mit Schwerpunkt auf dem Thema «Industrialisierung und Umnutzung». Der Präsident des Zuger Heimatschutzes Meinrad Huser und Patrick Schoeck für den Schweizer Heimatschutz begrüssten schätzungsweise 80 einheimische und auswärtige Interessierte. Im Mittelpunkt stand danach aber die junge Brigitte Moser, welche engagiert von der Entstehung des Projektes und des Leporellos erzählte, die drei geplanten Rundgänge detailliert beschrieb und mit gewinnender Frische ihr Anliegen vermittelte – den respektvollen Umgang mit Baukultur und Ortsbildern. Das Rednerpult war geschmückt mit dem Wappen der Brauerei, dem langbärtigen «Erdmannli», das in beiden Händen zwei grosse Bierhumpen präsentiert. Voller Stolz las der Brauereibesitzer Martin Uster aus der Chronik seines Betriebes vor von der Gründung im Jahre 1862 bis heute vor. Die Zuhörer konnten vor Ort die Entwicklung der Baarer Brauerei-Industrie über mehr als 150 Jahre architektonisch nachvollziehen.

Die Spinnereibesitzer bauen eine Kirche

Eine Stunde später führte dann Brigitte Moser die Gruppe zur Spinnerei an der Lorze, die 1853-58 gebaut wurde, was damals den Zuzug vieler Arbeitskräfte aus dem reformierten Zürich und somit rasches Bevölkerungswachstum nach sich zog. Zur Verköstigung der Arbeiter entstanden neue Gasthäuser und eben die Brauerei. Aber auch Arbeiterhäuser wurden gebaut, so die bekannten «Höllhüser», wo Frau Moser die Besichtigung fortsetzte. An dritter Stelle zeigte sie den gemächlich Mitwandernden die erste reformierte Kirche im Kanton Zug, die 1866-67 erbaut wurde und deren Bau vom katholischen Spinnereigründer Wolfgang Henggeler und seiner protestantischen Frau Barbara initiiert worden war. Die letzte Station des Baarer «Industrierundgangs» war die Obermühle. Eigentümerin und Architektin Rosmarie Müller-Hotz schilderte eindrücklich, wie nach der Stilllegung der ursprünglich aus dem Mittelalter stammenden Mühle im Jahre 1999 die Silos in Wohn- und Arbeitsräume umgenutzt und umgebaut wurden.

Die 2. Führung, «Menzingen – Bildungsstätten, Klosterdorf, Krapfen», findet am 9. Juni statt. Der dritte und letzte Rundgang zum Thema «Städtebau, Weiterbauen, Kirschwasser» ist für den 8. September in Zug geplant.

Hinweis Das Leporello «Zug-Baar-Menzingen. Architekturgeschichten und Ortsbilder im 19. und frühen 20. Jahrhundert» kann bestellt werden bei: zug@heimatschutz.ch. Alle Führungen sind kostenlos.

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