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LAUSANNE: Bundesgericht zeigt bei einem Familienvater keine Gnade

Ein Mann aus Südosteuropa muss trotz dreier Kinder die Schweiz verlassen. Eine dreijährige Gefängnisstrafe ist ihm letztlich zum Verhängnis geworden. Die Ausweisung betrifft seine Kinder und seine Ex-Frau hingegen nicht.
Das Gebäude des Bundesgerichtes in Lausanne: Das höchste Schweizer Gericht hat die Praxis des Zuger Migrationsamtes in Bezug auf den Landesverweis gegen einen Mann aus Südosteuropa, der in den vergangenen Jahren viele Male strafffällig geworden ist.. (KEYSTONE/Laurent Gillieron, Lausanne, 13.April 2017) (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))

Das Gebäude des Bundesgerichtes in Lausanne: Das höchste Schweizer Gericht hat die Praxis des Zuger Migrationsamtes in Bezug auf den Landesverweis gegen einen Mann aus Südosteuropa, der in den vergangenen Jahren viele Male strafffällig geworden ist.. (KEYSTONE/Laurent Gillieron, Lausanne, 13.April 2017) (Bild: LAURENT GILLIERON (KEYSTONE))

Ein Familienvater aus Bosnien und Herzegowina hat sein Anwesenheitsrecht verspielt. Mehrere Verurteilungen durch Zuger Gerichte und Schulden von über 550000 Franken wurden ihm zum Verhängnis.

Der heute 39-jährige Mann aus dem Balkan war nach der Heirat mit einer in der Schweiz niedergelassenen Landsfrau in die Schweiz eingereist, wo er im Jahre 2007 die Niederlassungsbewilligung für den Kanton Zug erhielt. Das Ehepaar hat drei Kinder im Alter von 9, 13, 16 Jahren. Ab dem Jahr 2004 musste er sich wegen Verkehrsdelikten, Missbrauchs von Schildern und Ausweisen sowie wegen unrechtmässiger Aneignung und Betrugs vor der Zuger Strafjustiz verantworten. Die Verlustscheine und Betreibungen gegen den Bosnier und seine Gattin betrugen anfangs 2013 über 940 000 Franken.

Wegen Misswirtschaft gibt es eine hohe Strafe

Im Jahre 2014 stand der Mann erneut vor dem Zuger Strafgericht, dieses Mal wegen Unterlassung der Buchführung, mehrfacher Veruntreuung, Misswirtschaft und mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung. Das Gericht verurteilte ihn im Dezember 2014 zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon er 24 Monate absitzen musste.

Zuger Migrationsamt hat alles richtig gemacht

Vor zwei Jahren trat dann auch das kantonale Migrationsamt in Aktion. Es entzog dem Mann aus Bosnien und Herzegowina die Niederlassungsbewilligung und wies ihn an, nach Verbüssung der Strafe die Schweiz zu verlassen.

Das Bundesgericht hat dieses Vorgehen der Migrationsbehörden geschützt. Die Wegweisung erachtet das Gericht als verhältnismässig: «Mit seiner letzten Verurteilung hat der Mann das zulässige Mass überschritten.»

Angesichts seines deliktischen Verhaltens und der hohen Schulden – das Bundesgericht spricht von 550 000 Franken – überwiegt das öffentliche Interesse an der Ausweisung des Familienvaters das Interesse seiner Kinder, mit ihm in der Schweiz aufwachsen zu können.

Den Kindern und seiner inzwischen geschiedenen Frau steht es frei, hier zu bleiben oder mit ihrem Vater beziehungsweise Ex-Ehemann in seinem Heimatstaat zu leben.

Urs-Peter Inderbitzin

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Den Bundesgerichtsentscheid 2C_159/2017 vom 9.2.2018 finden Sie unter der Internetadresse www.bger.ch. Er ist am 7. März erschienen und unter der Rubrik «Liste der Neuheiten» zu finden.

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