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LAUSANNE: Vergewaltiger muss definitiv ins Gefängnis

Hunderte Mal hatte ein Mann seine Stieftochter missbraucht. Das Bundesgericht bestätigt nun das Zuger Urteil.
Justitia hat entschieden: Das Bundesgericht in Lausanne bestätigt das Urteil des Zuger Obergerichts gegen einen notorischen Kinderschänder. (Symbolbild Getty)

Justitia hat entschieden: Das Bundesgericht in Lausanne bestätigt das Urteil des Zuger Obergerichts gegen einen notorischen Kinderschänder. (Symbolbild Getty)

Urs-Peter Inderbitzin

Kaum zu glauben, was eine junge Frau in ihrer Kindheit über sich ergehen lassen musste. Laut Anklage der Zuger Staatsanwaltschaft hat der Stiefvater das Mädchen in den Jahren 2007 bis 2011 beinahe täglich sexuell missbraucht und vergewaltigt. Insgesamt spricht die Anklageschrift von mindestens 400 bis 1000 sexuellen Übergriffen. Der Geschlechtsverkehr erfolgte ungeschützt oder geschützt mit einem Kondom, einem Frischhaltesack oder einer Folie, wie die Staatsanwältin schon vor dem Zuger Strafgericht festgehalten hatte.

Im Alter von 14 Jahren wurde das Mädchen von ihrem Peiniger gar schwanger. Der heute 41-jährige Musiker aus der Karibik sorgte dafür, dass seine Stieftochter das ungewollte Baby mit Medikamenten in einer Klinik abtreiben liess. Dabei schob der Mann die Verantwortung auf seine Stieftochter; diese habe sich bei einem One-Night-Stand von einem jungen Deutschen schwängern lassen.

Ein «Flohnerleben»

Aus Sicht der Verwandten führte der Beschuldigte jahrelang ein «Flohner­leben» auf Kosten seiner Schweizer Frau. So musste diese hinnehmen, dass er neben seiner Ehe eine Beziehung mit einer Slowakin unterhielt und mit ihr zwei Kinder zeugte, die 2005 und 2007 geboren wurden. Zwei weitere Beziehungen sind aktenkundig. Im Frühjahr 2011 erfolgte die gerichtliche Trennung. Das Scheidungsverfahren wurde im Jahr nach der Verhaftung eingeleitet.

Das Strafgericht unter der Leitung von Präsidentin Carole Ziegler stellte fest, dass es dem missbrauchten Mädchen, damals im Alter zwischen 12 und 16 Jahren, nicht möglich war, in der «vom Stiefvater geschaffenen Mischung aus Zwang, Abhängigkeit, Drohung und Gewalt sich gegen die sexuellen Übergriffe zur Wehr zu setzen. Die zahllosen Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen wiegen objektiv und subjektiv sehr schwer.» Er habe die persönliche und sexuelle Integrität des Mädchens aufs Gröbste verletzt.

Acht Jahre hinter Gitter

Obwohl der Musiker die Anschuldigungen stets bestritt und sich als Opfer einer familiären Verschwörung darstellte, verurteilte ihn das Strafgericht des Kantons Zug im Dezember 2014 wegen mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung und mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren. Zudem wurde der Mann dazu verpflichtet, seiner Stieftochter ein Schmerzensgeld von 50 000 Franken zu bezahlen.

Nach dem Zuger Obergericht hat nun auch das Bundesgericht die achtjährige Freiheitsstrafe bestätigt und eine Beschwerde des Musikers abgewiesen. Der Mann warf der Zuger Justiz verschiedene Verfahrensfehler und Willkür vor und forderte deshalb, von Schuld und Strafe freigesprochen zu werden. Das Obergericht hatte sich bei seiner Verurteilung in erster Linie auf die Aussagen der jungen Frau gestützt, die «konsistent und in sich stimmig» und «frei von beachtlichen Widersprüchen» sind. Demgegenüber war das Aussageverhalten des Musikers «ausweichend und ablenkend, was als klares Lügensignal» gilt.

Für das Bundesgericht ist weder der Vorwurf der Willkür gerechtfertigt, noch liegt eine Verletzung der Verfahrensfairness vor, weshalb es die Beschwerde des Musikers als unbegründet abgewiesen hat.

Hinweis

Urteil 6B_907/2015

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