Lausbuben und viel Konfetti

Hexen, Küken oder Wikinger: Mit dem Kinderumzug in Unterägeri läutete die Gemeinde die Fasnacht ein - mit einem Knall.

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Kinderumzug in Unterägeri. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Kinderumzug in Unterägeri. (Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn des Kinderumzugs gings rund auf dem Platz vor der Ägerihalle. Eine muntere Schar kunterbunt gekleideter Kinder, meist in Begleitung der Eltern, bevölkerte die Strasse, während die Möschtliblöser lautstark auf den in Kürze startenden Umzug einstimmten. Die junge Fasnachtstruppe blieb von der Temperatur um den Gefrierpunkt wenig beeindruckt. Dann reihte sich die farbenfrohe Jungmannschaft auf der alten Landstrasse auf. Punkt viertel nach zwei knallte ein Böllerschuss – das Zeichen für den Umzugsstart.

Entlang der Oberdorfstrasse, in die der Zug sogleich einbog, sammelten sich erwartungsvolle Zuschauer und weiterer Nachwuchs, in allerhand Kostüme gehüllt: Da ein Schmetterling, dort eine Pippi-Langstrumpf-Reminiszenz neben einem Wikinger. Die obligaten Prinzessinnen waren natürlich ebenfalls mit von der Partie sowie die klassischen Cowboys. Auch eine Hexe mit krummer Nase und sogar ein gelbes Küken mischten sich unter die Gesellschaft. Angeführt wurde der Umzug von einem Fahnenträger der Wylägerer Fasnachtsgesellschaft, gefolgt von Tambouren, welche – den Kopf wie Gespenster mit Leintüchern verhüllt – gekonnt den Takt vorgaben. «E chli langsamer, bitte», forderte einer von ihnen.

Bild: Stefan Kaiser/Neue ZZ
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Chlämmerli und Biendli

Aus insgesamt 15 Formationen bestand der Kinderumzug, allesamt unterschiedlichen Themen gewidmet. Die Gruppe des Organisationskomitees verteilte Orangen und zog einen Wagen mit sich, auf dem geschrieben stand: «Wotsch e gueti Fasi ha, muesch ad Chinderfasi ga.» Eine originelle Idee hatte auch die Gruppe Legosteine. Wies der Name verrät, war jedes Kind als Legostein verkleidet. Ein anderes Regiment namens Chlämmerli war von oben bis unten mit Wäscheklammern bespickt. Besonders auffallend waren die Biendli, eine der grössten Gruppen im Zug. Jedes trug ein schwarz-gelb gestreiftes Kostüm mit Fühlern auf dem Kopf, Flügeln und einem Stachel auf dem Rücken.

Mit der Nummer sieben und Pauken und Trompeten marschierte als musikalisches Intermezzo die Guggenmusig Turi-Club vorbei. Selbst eine kleine Rott – die Jungnüssler – mit drei Trommlern hüpfte mit und drückte den Zuschauern ihre Besen ins Gesicht. Mit Tsching-Bumm-Tateraa bildeten die Möschtli-blöser das Schlusslicht, und bald verhallte das Spektakel im Oberdorf und bewegte sich via Höfnerstrasse, Lindengasse und Binzenstrasse zurück zum Ausgangspunkt, wobei es einen dichten, bunten Konfettiteppich auf dem grauen Asphalt hinterliess.

Andreas Faessler / Neue ZZ